Wall Street

Technologie-Aktien geben US-Börsen Auftrieb

Gute Geschäftszahlen beim Oracle beflügeln die Branche. Investoren setzen auf einen globalen IT-Boom. Bei einem Handyhersteller geht es steil bergab.

Kräftige Kursgewinne der Technologie-Aktien haben die US-Börsen beflügelt. Brummende Geschäfte beim drittgrößten Software-Hersteller Oracle befeuerten Hoffnungen der Investoren auf einen weltweiten IT-Boom.

Der SAP-Rivale vermeldete kräftige Wachstumsraten bei Gewinn und Umsatz. Im Sog dieser guten Nachrichten legten auch die Papiere weiterer Technologiegrößen zu. Zudem profitierte die Wall Street von guten Konjunkturdaten. Die US-Wirtschaft erholte sich im vierten Quartal 2010 etwas stärker als erwartet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,4 Prozent auf 12.220 Punkte zu. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 12.170 und 12.259 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,3 Prozent auf 1313 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,2 Prozent auf 2743 Punkte vor.

Im Wochenvergleich nahm der Dow 3,1 Prozent, der S&P um 2,7 Prozent und der Nasdaq um 3,8 Prozent zu. Damit verbuchten der Dow und der Nasdaq die beste Woche seit Juli. In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent höher bei 6946 Zählern und gewann damit auf Wochensicht gut vier Prozent.

Bei den Einzelwerten standen die Oracle-Titel mit einem Zugewinn von 1,6 Prozent im Fokus der Anleger. Der Software-Hersteller verdiente im vergangenen Vierteljahr fast doppelt soviel wie vor einem Jahr und damit sogar mehr als von Branchenexperten erwartet.

Zudem schoss der Absatz neuer Softwarelizenzen - ein Indikator für künftige Gewinne - in die Höhe. Oracle sieht das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht und rechnet auch im laufenden Quartal mit beträchtlichen Wachstumsraten. Die Aktien waren die am stärksten gehandelten Titel an der Nasdaq bei ansonsten schwachem Handel.

Weiter angekurbelt wurde der Aufwärtstrend von einem Kursgewinn des Outsourcing- und Beratungsunternehmens Accenture um knapp fünf Prozent. Der IT-Dienstleister hob seine Prognose an. Doch trotz der positiven Aussichten von Oracle und Accenture zeigten sich die Analysten beunruhigt über die kommende Berichtssaison, die im April beginnt.

Analysten fürchten Anstieg der Rohstoffpreise

„Der Markt muss sich meiner Meinung nach auf ein schwierigeres Quartal in Bezug auf die Erwartungen an die Gewinnmargen einstellen“, sagte Peter Boockvar von Miller Tabak. Oracle und Accenture seien in gewisser Weise immun gegen den Anstieg der Rohstoffpreise, fügte er hinzu. Zudem rechne er mit negativen Auswirkungen der Japan-Katastrophe auf die Geschäfte von Unternehmen.

Einen Kurseinbruch verbuchten die Aktien des kanadischen BlackBerry-Herstellers Research in Motion: Die Aktien fielen um mehr als elf Prozent. Das Unternehmen rechnet wegen der Markteinführung des lang erwarteten iPad-Rivalen „Playbook“ mit einem schwächeren Quartal.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1969 Werte legten zu, 1015 gaben nach und 113 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,85 Milliarden Aktien 1512 im Plus, 1092 im Minus und 118 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 101-15/32. Sie rentierten mit 3,446 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 10/32 nach auf 104-00/32 und hatten eine Rendite von 4,504 Prozent.