Börsen-Bericht

Dax-Anleger bei Autoaktien auf Schnäppchenjagd

Der deutsche Leitindex nähert sich wieder dem Stand vor der Japan-Krise. Autoaktien – allen voran BMW – waren stark gefragt.

Bei anhaltend dünnen Umsätzen zogen die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag deutlich an. Der Dax stieg im Verlauf auf ein Tageshoch bei 6941 Zählern und bewegte sich damit in Richtung seines Standes vor dem Erdbeben in Japan. Zum Handelsende stand der Leitindex bei 6933 Punkten 1,9 Prozent im Plus. Ähnlich stark entwickelte sich der MDax der mittelgroßen Werte, der sich um 1,7 Prozent verbesserte. Der Technologieindex TecDax verbuchte dagegen einen vergleichsweise moderaten Aufschlag von einem Prozent.

Trotz der Regierungskrise in Portugal zeigte sich der Euro in stabiler Verfassung und notierte am Abend bei 1,4196 Dollar. Gestützt wurde die Gemeinschaftswährung auch von unerwartet schwachen US-Konjunkturdaten. Wenig Veränderung gab es am Rentenmarkt. Der Bund-Future gab bis zum frühen Abend leicht um elf Ticks auf 122,19 Punkte nach. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte zuletzt mit 3,249 Prozent.

Die zuversichtliche Prognose des Ifo-Instituts für die deutsche Autoindustrie im laufenden Jahr bescherte dem zuletzt gebeutelten Sektor deutliche Aufschläge. Mit einem Plus von 4,2 Prozent setzten sich die Titel von BMW an die Dax-Spitze, gefolgt von Daimler, die sich um 3,5 Prozent verteuerten.

Vorzüge von VW rückten derweil um 2,6 Prozent vor. Der reale Umsatz werde um gut zehn Prozent zulegen, hieß es in der Studie des Münchner Instituts. BASF zählten mit einem Plus von 3,4 Prozent ebenfalls zu den gefragten Papieren. Der Chemieriese rechnet mit einem starken ersten Quartal.

Der Umsatz und der um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsgewinn würden voraussichtlich signifikant höher ausfallen als im Auftaktquartal 2010, hieß es in einer Präsentation des Konzerns. Gerüchte über eine bevorstehende Anhebung des Ausblicks halfen zudem Lanxess 4,4 Prozent ins Plus. Ein positiver Analystenkommentar trieb K+S um 3,1 Prozent nach oben. Händlern zufolge setzten die Analysten von Cheuvreux die Titel auf ihre Favoritenliste im Bereich Chemieaktien und erhöhten das Kursziel von 59 auf 65 Euro.

Um 4,8 Prozent aufwärts ging es für Salzgitter, die von einer Hochstufung durch HSBC profitierten. Zudem stützte eine angehobene Absatzprognose des südkoreanischen Stahlriesen Posco. Die Aktionäre von Evotec feierten indes den ersten Gewinn in der Unternehmensgeschichte. Die Aktie stieg um 5,1 Prozent, nachdem die Biotechfirma dank sprudelnder Einnahmen aus Forschungsallianzen mit Pharmakonzernen 2010 erstmals seit ihrer Gründung 1993 schwarze Zahlen geschrieben hatte.