Anlage-ABC

Rohstoffe – Öl, Gold und Weizen sind heiße Ware

Die Notierungen für Rohöl, Weizen, Gold und Kupfer sind im vergangenen Jahrzehnt kräftig gestiegen. Riskanter als Aktien sind die Anlagen allemal.

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Rohstoffe und Edelmetalle waren die großen Profiteure des vergangenen Jahrzehnts. Nach zwei Dekaden niedriger Preise schossen die Notierungen für Rohöl, Weizen, Gold und Kupfer gleichsam durch die Decke. Kein Wunder, dass Experten in Bezug auf Rohstoffe von einem Superzyklus sprechen – und der soll, getrieben von der steigenden Nachfrage aus Schwellenländern wie China, noch einige Jahre anhalten. Anleger sollten sich vor Investitionen jedoch sehr genau über die Anlageklasse informieren, denn Rohstoffe weisen einige Besonderheiten auf.

Zwei große Kräfte bewegen die Preise. Zum einen wächst die Produktion der Weltwirtschaft und mit ihr die Zahl der Konsumenten sowie der Hunger nach Rohstoffen. Ob es sich um Sojabohnen oder Rindfleisch handelt, um Rohöl oder Erdgas, um Kupfer oder Gold – die Preise für diese Rohwaren sind zwischen 2000 und 2010 regelrecht explodiert: Gold und Kupfer sind Anfang 2011 jeweils rund vier Mal so teuer wie im Jahr 2001, der Weizenpreis hat sich zwischenzeitlich verdreifacht, und Silber kostet sogar sieben Mal mehr als ein Jahrzehnt zuvor.

Zum anderen führt die extrem lockere Geldpolitik vor allem der westlichen Notenbanken seit der Finanzkrise dazu, dass viel spekulatives Geld in diese Märkte fließt. Entsprechend hoch sind die Schwankungen an vielen Rohstoffmärkten. All das zusammen schürt die Angst vor Inflation, wogegen sich viele Anleger wiederum mit Gold und Rohstoff-Investments absichern.

Anleger haben mehrere Möglichkeiten, in Rohstoffe zu investieren: durch den Kauf der Ware selbst – etwa Goldmünzen oder Silberbarren –, den Erwerb eines Kontrakts an den Terminbörsen etwa über einen Fonds oder den Kauf von Aktien von Unternehmen, die Rohstoffe produzieren. Mit Ausnahme von Gold und Silber, die als Inflationsschutz fungieren, rät Vermögensverwalter Klaus Hinkel von der Artus Direkt Invest in Düsseldorf davon ab, in einzelne Rohstoffe anzulegen. „Risikoärmer ist die Investition in einen Index, der mehrere Rohstoffgruppen zusammenfasst“, so Hinkel.

Allerdings unterscheiden sich die Indizes in der Auswahl und Gewichtung der Rohstoffe und damit letztlich in der Wertentwicklung. Bekannte Indizes sind etwa der CRB-Index von Reuters/Jeffries, der S&P Goldman Sachs Commodity Index, der Rogers International Commodities Index oder der Dow Jones UBS Commodity Index.

Mit Hilfe dieser Indizes investieren Anleger über Kontrakte („Futures“) an den Terminbörsen in verschiedene Rohstoffe. Der Nachteil insbesondere für Langfristanleger: Diese Investments müssen in einem bestimmten Rhythmus in einen neuen Terminkontrakt „gerollt“ werden, so der Fachbegriff. Würde dies nicht gemacht, bekäme der Anleger die Waren ins Haus geliefert, wenn der alte Kontrakt ausläuft. Und da der neue Terminkontrakt in der Regel teurer ist als der alte – die Preise steigen ja tendenziell –, kostet das Rollen im Jahr etwa 5% der Anlagesumme. Mehrere Banken haben börsengehandelte Indexfonds (ETFs) aufgelegt, die die Entwicklung solcher Rohstoff-Indizes abbilden.

Eine weitere Möglichkeit für Anleger sind Aktien von Rohstoff-Unternehmen. Hier besteht zwar kein Risiko von Roll-Verlusten. Jedoch sollte man sich bewusst sein, dass der Anlageerfolg dann nicht nur voraussetzt, dass der Rohstoffhunger weiterhin zunimmt, sondern dass auch die Unternehmen, in die investiert wird, gut geführt sind. Wer das Risiko eines Fehlgriffs verringern will, greift zu Rohstoff-Fonds, die Dutzende von Aktien im Portfolio haben.

Rendite/Risiko: Wegen der hohen Preisschwankungen sollten nur solche Anleger in Rohstoffe investieren, die zeitweilige Verluste ertragen können – entweder über ETFs, die Indizes abbilden, oder in Aktienfonds, die auf Rohstoff-Unternehmen setzen.

Rendite: 3-5
Risiko: 4-5