Kreditwürdigkeit

Ratingagentur stuft Griechenland deutlich herab

Die Kreditwürdigkeit des Mittelmeerstaates wird von Moody's um drei Stufen herabgesetzt. Athen hält dies für völlig ungerechtfertigt und greift die Ratingagentur an.

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Die Ratingagentur Moody's beurteilt die Kreditwürdigkeit Griechenlands wegen massiver Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Euro-Landes schlechter. Die Bonitätsnote für das hoch verschuldete Land werde um drei Stufen von Ba1 auf B1 zurückgesetzt, teilte Moody's mit.

Die Agentur behält sich weitere Herabstufungen vor und belässt den Ausblick auf „negativ“. „Die Sparmaßnahmen und Strukturreformen, die für eine Stabilisierung der Schulden notwendig sind, bleiben sehr ambitioniert und großen Umsetzungsrisiken ausgesetzt“, hieß es zur Begründung. Möglicherweise komme das Land nicht um eine Umschuldung herum, bei der die Gläubiger auf einem Teil ihrer Forderungen sitzenbleiben.

Mit der schlechteren Bonitätsnote wird es für Griechenland noch schwieriger, sich aus dem Schuldensumpf zu ziehen. Je schlechter die Kreditwürdigkeit und je höher damit das Ausfallrisiko eingestuft wird, desto höhere Zinsen verlangen Investoren im Gegenzug für ihr Geld. Der Zinsabstand für zehnjährige griechische Staatsanleihen gegenüber der deutschen Bundesanleihe erhöhte sich nach der Moody's-Entscheidung um acht Basispunkte auf 9,13 Prozent.

Die Herunterstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands hat den Euro belastet. Die Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,3951 Dollar, nachdem sie im frühen Geschäft zeitweise 1,40 Dollar übersprungen hatte.

Griechenland geht nach der Kritik von Moody's an seiner Kreditfähigkeit in die Offensive. Die schlechtere Beurteilung der Zahlungsfähigkeit sei völlig ungerechtfertigt, erklärte das Athener Finanzministerium. Der Entscheidung liege keine objektive und ausgeglichene Bewertung der Lage in dem Euro-Land zugrunde. Der Schritt zeige vielmehr, dass Rating-Agenturen stärker kontrolliert werden müssten. „In Zeiten einer schwachen Weltwirtschaft und nervöser Märkte kann eine unausgewogene und ungerechtfertigte Entscheidung wie die von Moody's heute zu einer zerstörerischen, sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden.“

Ende der Woche beraten die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone darüber, wie Schuldenkrisen künftig vermieden werden könnten. Die Währungsgemeinschaft hat Griechenland im vergangenen Jahr massiv mit Krediten unter die Arme gegriffen und ist damit einem Staatsbankrott des Mittelmeerstaates zuvorgekommen.