Anlage-ABC

Mit Aktien am Erfolg der Wirtschaft teilnehmen

Mit den Erwerb von Aktien beteiligt sich der Anleger am Eigenkapital einer Gesellschaft. Mit den Gewinnchancen gehen aber Risiko und Verantwortung mit ein.

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Zehn Jahre – und außer Spesen nichts gewesen: So stellt sich die Lage für Anleger dar, die zur Jahrtausendwende in den breiten Aktienmarkt investiert haben. Viele Investoren verbuchten in den folgenden zehn Jahren sogar saftige Verluste. Entsprechend verkleinert hat sich die Zahl der Aktionäre. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) hatten im ersten Halbjahr 2010 knapp 7,7 Millionen Anleger Aktien und Aktienfonds im Depot. Ein knappes Jahrzehnt zuvor gab es noch 12,8 Millionen direkte und indirekte Aktionäre.

Sind Aktien damit obsolet? „Keinesfalls, denn Aktien sind die effizienteste Form, um als Anleger am Wachstum der Wirtschaft teilzuhaben“, sagt Vermögensverwalter Gottfried Urban. Nicht nur der Vorstand der Neue Vermögen AG in Traunstein geht davon aus, dass die Weltwirtschaft nach der Finanzkrise eine neue Wachstumsphase begonnen hat. Auch die Bundesbank ist optimistisch: So soll die deutsche Wirtschaft im Jahr 20011 um 2,5 Prozent wachsen; manche Wirtschaftsinstitute rechnen gar mit einem Plus von drei Prozent.

Mit Aktien beteiligen sich Anleger prinzipiell unbefristet am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft. Durch den Kauf erwerben sie das Recht, an der Hauptversammlung teilzunehmen, die mindestens einmal im Jahr stattfinden muss. Dort wird etwa über die Verwendung des Gewinns entschieden, wobei jede Aktie „eine Stimme“ hat. Wenn in der Presse die Rede von Aktien ist, sind übrigens fast immer Stammaktien gemeint. Daneben gibt es Vorzugsaktien, die meist kein Stimmrecht haben, dafür aber andere Vorzüge bieten: In vielen Fällen zahlen sie zum Beispiel eine höhere Dividende – das ist in aller Regel der Teil des Gewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird.

Da Aktionäre Mitinhaber des Unternehmens sind, müssen sie im Fall einer Insolvenz meist den Totalausfall des investierten Kapitals verschmerzen. Andererseits beteiligen sie sich mit ihrer Investition in ein Unternehmen an einem Sachwert und schützen sich so in einem gewissen Maß vor Inflation.

Die Kurse von Aktien können sehr stark schwanken. Diese Volatilität erhöht das Risiko von Buchverlusten, aber auch die Chance auf Kursgewinne: So brach der Wert des Deutschen Aktienindex (Dax) von 2000 bis 2003 um rund drei Viertel ein, verdreifachte sich aber in den darauf folgenden vier Jahren. Wegen dieser hohen Schwankungen ist es für Anleger wichtig, beim Kauf und Verkauf von Aktien eine Methode zu verfolgen, mit der sie aus psychologischer Sicht gut leben können. Keinesfalls sollten sie sich nur auf Kaufempfehlungen etwa von Banken verlassen.

Bei den Methoden zur Aktienauswahl lassen sich zwei Varianten unterscheiden: Fundamentalanalyse und technische Analyse. Die „Fundamentalisten“ gehen davon aus, dass sich der Aktienkurs dem Niveau annähern wird, das sie ausgehend von wichtigen betriebs- und volkswirtschaftlichen Größen errechnet haben. Liegt der Kurs unter diesem Niveau, kann sich die Aktie zum Kauf empfehlen. Die „Techniker“ hingegen betrachten in erster Linie, wie der Kapitalmarkt selbst eine Aktie sieht, indem sie die Kräfteverhältnisse zwischen Angebot und Nachfrage analysieren. Daraus versuchen sie dann, auf die weitere Kursentwicklung der Aktie zu schließen.

Zur besseren Vergleichbarkeit der Entwicklung am Aktienmarkt werden seit Langem Aktienindizes gebildet. In Deutschland werden Dax, MDax und TecDax stark beachtet, in den USA sind es Dow Jones Industrial Average, S&P 500 sowie der Nasdaq Composite. Inzwischen gibt es viele weitere Indizes für andere Regionen in der Welt.

Anleger, die sich die eigenhändige Aktienauswahl nicht zutrauen, können auf ein großes Angebot an aktiv gemanagten Aktienfonds, börsengehandelten Indexfonds (ETFs) und Zertifikaten zurückgreifen.

Rendite/Risiko: Der Chance auf Dividenden und Kursgewinne mit Aktien stehen erhebliche Kursrisiken bis hin zur Gefahr des Totalverlusts gegenüber. Interessierte Anleger sollten sich daher entweder intensiv mit Aktien befassen oder professionellen Rat einholen.

Rendite: 3 - 5
Risiko: 3 -5