Börsen-Bericht

Japan und Libyen lähmen Anleger – Dax fällt leicht

An den europäischen Aktienbörsen haben sich die Anleger bedeckt gehalten. Bei geringen Umsätzen war das Verhältnis von Gewinnern und Verlierern etwa ausgeglichen.

Der Dax ging mit einem Minus von 0,5 Prozent auf rund 6781 Punkte aus dem Handel. Der Stoxx50 und der EuroStoxx50 beendeten die Sitzung nahezu unverändert.

„Zweifelsohne ist die Lage in Japan immer noch kritisch, und es ist schwer, die noch verbleibenden Risiken abzuschätzen“, erklärten die Analysten von Close Brothers Seydler in Frankfurt. „Die Baissepositionen sind glattgestellt und nun warten die Leute ab“, sagte ein Händler in Zürich. Bei schlechten Nachrichten aus Fukushima könnte es rasch wieder zu Panik-Verkäufen kommen, warnten andere Börsianer.

Weiterhin kämpften Rettungskräfte im Nordosten Japans gegen einen drohenden Super-GAU. Unsicherheit ging auch von den Kämpfen in Libyen aus, wo westliche Staaten eine dritte Luftangriffswelle flogen. Im Hintergrund schwelten zudem immer noch die Schuldenkrise in der Euro-Zone und die Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung in den USA.

Besonders unter Druck gerieten die Aktien von Metro, die um 4,7 Prozent auf 47,73 Euro einbrachen. Der Handelsriese fürchtet um die Kauflust der Konsumenten angesichts der Katastrophe in Fukushima, der Unruhen in der arabischen Welt und der Euro-Schuldenkrise.

Mögliche Störungen der Lieferkette infolge der Geschehnisse in Japan lasteten auf den Autowerten: BMW und VW verloren je etwa eineinhalb Prozent, Daimler knapp ein Prozent. Die im MDax gelisteten Zulieferer Rheinmetall, Conti und ElringKlinger fielen um 2,6 bis 3,2 Prozent. In Paris sanken die Kurse von Renault und Peugeot um je fast drei Prozent.

Dax-Schwergewicht Siemens gab mit einem Abschlag von zwei Prozent einen Teil des Vortagesgewinns wieder ab. Auch BASF rutschten um knapp ein Prozent, nachdem die Aktien zuvor noch von der Beteiligung der Tochter Wintershall am russischen Gas-Pipeline-Projekt profitiert hatten.

Zu den wenigen Gewinnern zählten erneut die T-Aktien mit einem Plus von 1,5 Prozent. Der Verkauf ihres US-Geschäftes hatte den Kurs der Telekom am Vortag um elf Prozent in die Höhe katapultiert. Den Aktien von ThyssenKrupp verhalf ein positiver Analystenkommentar zu einem Plus von 0,6 Prozent.

Auf den europäischen Gewinnerlisten standen auch die Aktienkurse der Banken, nachdem sich die Finanzminister der Euro-Zone am Vorabend auf Details des Krisenmechanismus geeinigt hatten. Die Aktien der spanischen BBVA legten ein Prozent zu. Die Titel der Deutschen Bank gingen kaum verändert aus dem Markt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Institut zur Zahlung eines Schadensersatzes wegen riskanter Zinswetten verdonnert.

Bei den Nebenwerten stachen Rational mit einem Plus von über 1,6 Prozent heraus, nachdem Anleger den Gewinnsprung des Küchengeräteherstellers im vergangenen Jahr honorierten.