Börsen-Bericht

Mutige Dax-Anleger greifen schon wieder zu

Nachdem die Kurse wegen Japan gefallen sind, schlagen erste Anleger wieder zu. Gewinner bis zum Mittag sind die Papiere von ThyssenKrupp.

Die Anleger haben die ersten Schockwellen der Japan-Katastrophe offenbar verdaut. Der Dax hielt sich stabil und notierte mit 6821 Zählern nahezu auf Vortagesniveau. „Die Stimmung könnte aber jederzeit kippen, vor allem wenn neue Hiobsbotschaften aus Japan kommen,“ sagte ein Händler.

Noch ist die Gefahr eines Super-GAU in Fukushima nicht gebannt. Es sei schwer zu sagen, ob sich das Ganze in eine sichere Richtung entwickle, sagte der japanische Handelsminister laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo. Rauch und Dampf über den havarierten Atomreaktoren sorgten zeitweise für neue Nervosität.

Insgesamt gab es aber Fortschritte beim Anschluss der Reaktorblöcke ans Stromnetz. Ihren Blick richteten die Anleger aber auch Richtung Libyen, wo die Kämpfe zwischen Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi und den Rebellen trotz der dritten Luftangriffswelle westlicher Staaten weitergingen. „Die Unruhen in der arabischen Welt bleiben ein Unsicherheitsfaktor“, sagte ein Händler.

Zugegriffen haben Anleger am deutschen Aktienmarkt bei ThyssenKrupp. Nach einem positiven Analystenkommentar der Credit Suisse kletterten die Titel des Stahl-Konzerns um 2,4 Prozent auf 28,32 Euro zu und waren damit größter Dax-Gewinner.

Die Kursabschläge der letzten Zeit böten eine gute Einstiegschance für langfristig orientierte Anleger, schrieben die Experten. Die Papiere haben seit Jahresanfang mehr als zehn Prozent an Wert eingebüßt. Vor allem von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage auf dem amerikanischen Kontinent werde ThyssenKrupp in diesem Jahr profitieren, erklärten die Analysten weiter. Die Papiere des Konkurrenten Salzgitter notierten 0,4 Prozent fester.

Gestützt wurde der Dax ebenfalls von den den Finanzwerten: Anleger ignorierten die Verurteilung der Deutschen Bank zu einer Schadenersatzzahlung und griffen bei den Papieren des Geldhauses zu. Sie lagen zwei Prozent höher bei 42,00 Euro. Die Deutsche Bank ist in einem Verfahren um den Verkauf riskanter Zinsswaps an mittelständische Unternehmen erstmals höchstrichterlich zu Schadenersatz verurteilt worden.

Die Commerzbank notierte mit einem Plus von 1,4 Prozent ebenfalls fester. Michael Rohr, Analyst bei Silvia Quandt Research, sagte, die Bankentitel profitierten von der anhaltenden Erleichterung am Markt. Außerdem seien die Spreads bei den Kreditsausfallversicherungen (CDS) für Anleihen aus Griechenland, Portugal und insbesondere Spanien zuletzt gefallen.

Im TecDax geriet Solarworld unter die Räder, nachdem Jefferies die Titel auf „Hold“ von „Buy“ heruntergestuft hatten. Die Analysten begründeten ihren Schritt mit einem drohenden Margendruck infolge niedrigerer Preise für Solarmodule in Deutschland. Die Aktien standen mit einem Abschlag von 3,2 Prozent zeitweise an der Spitze der Verliererliste.