Börsen-Bericht

Dax geht nach Kursgewinnen die Puste aus

Die unsichere Lage in Japan und Libyen lässt die Anleger abwarten. Der Leitindex Dax startete nahezu unverändert in den Handel.

Nach seinen jüngsten Kursgewinnen ist dem Dax zu Handelsbeginn die Puste ausgegangen. Der deutsche Leitindex notierte in den ersten Minuten nahezu unverändert bei 6813 Zählern. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,27 Prozent auf 10 040 Punkte nach oben und der TecDax lag 0,02 Prozent im Plus bei 898 Punkten.

An der Nachrichtenlage habe sich wenig verändert, sagte ein Händler: In Japan bemühe man sich weiterhin um eine Abwendung der nuklearen Katastrophe, in Libyen würden die Luftangriffe gegen das Gaddafi-Regime fortgesetzt. „Offenbar wollen die Anleger nun lieber abwarten, wie es weitergeht, bevor sie weiter bei Aktien zugreifen“, sagte er.

Unentschieden reagierten die Anleger auf den Geschäftsbericht von Metro. Die Aktien drehten nach einem Plus bis zu 1,3 Prozent ins Minus und notierten 1,5 Prozent schwächer bei 49,35 Euro. Der Handelsriese will nach dem 2010 erreichten Gewinnsprung und einer deutlich erhöhten Dividende weiter zulegen. Bei BASF honorierten die Anleger die Beteiligung der Tochter Wintershall am russischen Gaspipeline-Projekt South Stream.

Die Aktien notierten 0,4 Prozent höher. „Gas ist ein vielversprechendes Geschäft, Investitionen in diesem Bereich dürften sich auszahlen“, sagte ein Händler. Durch die neuen Leitungen soll russisches Erdgas durch das Schwarze Meer nach Europa transportiert werden. Wintershall wird den Angaben zufolge 15 Prozent der Anteile an der South Stream AG.

Angeführt von kräftigen Gewinnen in Tokio hatten sich die asiatischen Börsen dem jüngsten Aufwärtstrend in den USA zuvor angeschlossen. Mehr als vier Prozent legte der japanische Leitindex Nikkei zu, als der Tokioter Aktienmarkt nach einer Feiertagspause in die neue Handelswoche startete. Angesichts der verbilligten Kurse griffen Schnäppchenjäger beherzt zu. Für Aufwind sorgte zudem die neu erwachte Hoffnung darauf, dass die Lage an dem havarierten Kernkraftwerk in Fukushima in der zweiten Woche nach dem Beben unter Kontrolle gebracht werden könnte.

Dank der Fortschritte beim Anschluss der Reaktorblöcke ans Stromnetz machte der Kurs des Fukushima-Betreibers Tokyo Electric (Tepco) einen Sprung um 16 Prozent nach oben. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 4,4 Prozent im Plus bei 9608 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Indexh gewann 4,5 Prozent auf 868 Punkte. Damit stellte die japanische Börse die Gewinne in den USA noch weit in den Schatten: Der Dow Jones war in New York mit einem Plus von 1,5 Prozent aus dem Handel gegangen.