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Moody's macht Portugal wieder zum Euro-Sorgenkind

Die Ratingagentur Moody's hat Portugals Bonität um zwei Noten gesenkt. Die Herabstufung könnte die Schuldenkrise weiter verschärfen.

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Trotz der jüngsten Gipfelbeschlüsse zum Euro-Rettungsschirm und verschärfter Sparpläne dürften sich Portugals Refinanzierungskosten erneut erhöhen. Die Ratingagentur Moody’s senkte die Kreditwürdigkeit Portugals um zwei Noten und schloss eine weitere Rückstufung nicht aus. Deshalb erwarten die Finanzmärkte mit Spannung, ob Portugal bei der Ausgabe neuer Staatspapiere am Mittwoch den Investoren deutlich höhere Zinsen bieten muss als zuletzt. „Wir werden wahrscheinlich höhere Zinsen sehen bei der Auktion“, sagte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti.

Moody’s senkte die Bonität des hoch verschuldeten Landes auf die Note A3 und bezeichnete den Ausblick als negativ. Die Ratingagentur begründete den Schritt mit den erwarteten Auswirkungen der hohen Kreditkosten für das Land. Zudem werde Portugal wohl Probleme bekommen, seine scharfen Haushaltsziele zu erreichen.

An den Finanzmärkten war die Rückstufung weitgehend erwartet worden. Dennoch trifft es das Land hart, da die Regierung in Lissabon erst am Freitag mit einer Verschärfung ihres Sparkurses um das Vertrauen der Finanzmärkte geworben hatte. Diese zeigten sich jedoch von den zusätzlichen Einschnitten unbeeindruckt. Vielmehr wuchs die Überzeugung, dass Portugal letztlich doch eine Geldspritze seiner Euro-Partner benötigt. Erst in der vergangenen Woche musste Portugal Investoren die höchsten Zinsen seit seinem Beitritt zur Eurozone bieten, um einen Milliardenkredit zu bekommen.

Ministerpräsident Jose Socrates warf der Opposition vor, ihre Blockade des neuen Sparpakets könnte dafür sorgen, dass Portugal letztlich unter den Rettungsschirm schlüpfen müsse. „Nach meinem Verständnis würde die Konsequenz einer politischen Krise die finanziellen Risiken für unsere Wirtschaft verstärken und Portugal dazu bringen, um eine Intervention des Auslands zu ersuchen“, sagte Socrates dem Fernsehsender SIC. Die Staats- und Regierungschef der Euro-Zone haben am Wochenende vereinbart, den Euro-Rettungschirm EFSF zu vergrößern. Spanien, das an den Finanzmärkten ebenfalls als Wackelkandidat gilt, hatte davon am Dienstag profitiert und musste Anlegern für Staatspapiere weniger Zinsen zahlen als zuletzt.