Börsen-Bericht

Ein Drittel des Dax-Plus kommt von der T-Aktie

Japans Fortschritte im Kampf gegen die Atom-Katastrophe sorgen für Beruhigung am Aktienmarkt. Der Dax steigt auch dank der Telekom.

Fortschritte der japanischen Rettungskräfte im Kampf gegen die Atom-Katastrophe im Unglücksreaktor Fukushima haben Anleger zum Kauf europäischer Aktienwerte ermuntert. Der Dax erhielt zusätzlichen Schub vom rekordhohen Kursplus der Deutschen Telekom, deren Aktien vom geplanten Verkauf ihrer Tochter T-Mobile USA beflügelt wurden. Der deutsche Leitindex stieg am Vormittag um zwei Prozent auf 6804 Punkte und der EuroStoxx50 um 1,8 Prozent auf 2844 Zähler.

Im Gegenzug gaben die entsprechenden Volatilitätsindizes, die die Nervosität der Anleger messen, deutlich nach. „Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass über das Wochenende keine neuen Hiobsbotschaften aus Japan kamen und dass man die Lage dort langsam in den Griff zu bekommen scheint“, sagte ein Börsianer. Viele Investoren drängten nun in den Markt, weil sie bei einer weiteren Entspannung der Lage in Japan Kursgewinne erwarteten und diese Bewegung auf keinen Fall verpassen wollten. „Der Kaufdruck ist enorm“, fügte er hinzu.

Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research wies noch auf einen anderen Aspekt hin: „Warren Buffett hat japanische Aktien als günstige Investition bezeichnet. Offenbar nimmt der deutsche Markt die für morgen zu erwartende Erholung beim Nikkei-Index vorweg.“ Der legendäre US-Großinvestor hatte gesagt, die drastischen Kursverluste nach dem verheerenden Erdbeben vor etwas mehr als einer Woche eröffneten die Chance zum Einstieg in den japanischen Markt. Die Tokioter Börse blieb am Montag wegen eines Feiertages geschlossen.

Mit dem größten Tagesplus ihrer Geschichte reagierte die T-Aktie auf den Verkauf von T-Mobile USA: Sie legte bis zu 16,3 Prozent auf 11,15 Euro zu und notierte damit auf dem höchsten Stand seit rund zwei Jahren. Fast drei Viertel des gesamten Geschäfts im Dax gingen auf das Konto der Deutschen Telekom. „Endlich eine gute Lösung für das ’US-Sorgenkind’ der Deutschen Telekom“, lobte Analyst Dominik Klarmann von HSBC Trinkaus in einem Kommentar. Aktienmarkt-Experte Ruland monierte allerdings, der Bonner Konzern hätte beim Verkaufspreis mehr als die vereinbarten 39 Milliarden Dollar herausschlagen können.

Equinet-Analyst Adrian Pehl wies darüber hinaus auf mögliche wettbewerbrechtliche Hürden hin. AT&T und T-Mobile kämen zusammen auf einen Marktanteil von 40 Prozent. Die auf dem Frankfurter Parkett gehandelten Titel des US-Telekom-Konzerns notierten 1,3 Prozent fester. Zu den Favoriten zählte außerdem MAN. Die Papiere des Nutzfahrzeug-Herstellers und Maschinenbauers legten nach der Vorlage der Bilanz für 2010 über drei Prozent auf 83,72 Euro zu. „Die Dividende fällt mit zwei Euro je Aktie deutlich höher aus als gedacht“, sagte ein Börsianer. „Außerdem liegt das Gewinnziel für 2011 über den bisherigen Analysten-Prognosen.“