Aktionärsvertreter

Banken zählen zu den größten Kapitalvernichtern

Die Aktie der Commerzbank hat in fünf Jahren fast 80 Prozent ihres Wertes verloren, ermittelt die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Unter den börsennotierten deutschen Großkonzernen zählen die Banken zu den größten Kapitalvernichtern. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in ihrer am Donnerstag veröffentlichten "Watchlist 2011", auf der insgesamt 50 Unternehmen stehen. Als einzige Dax-Vertreter finden sich darauf Commerzbank und Deutsche Bank.

Demnach musste ein Anleger, der sein Geld vor fünf Jahren in Commerzbank-Aktien steckte, einen Wertverlust von 78,7 Prozent hinnehmen. Das in der Finanzkrise mit Staatsmilliarden gestützte Institut steht damit auf Platz 15 der DSW-Liste. Bei der Deutschen Bank waren es im selben Zeitraum 47,5 Prozent (Platz 48), bei der inzwischen zum Branchenprimus gehörenden Postbank 57,6 Prozent (Platz 34).

Die DSW analysierte die Kursentwicklung der Aktien von insgesamt 285 Unternehmen aus dem Qualitätssegment Prime Standard zwischen Januar 2006 und Dezember 2010. Der deutsche Leitindex Dax etwa legte in diesem Zeitraum fast 30 Prozent zu – "trotz Finanzkrise, trotz der Probleme Griechenlands und der Unsicherheiten um den Euro und trotz des immensen Konjunkturlochs 2009", wie DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker betonte.

Insgesamt dominieren aber nicht die Banken die DSW-Watchlist, sondern die Solarfirmen: Unter den "schlechtesten" 50 Unternehmen sind demnach mehr als ein halbes Dutzend Solarwerte. Hocker sprach von einer "blasenartigen Entwicklung" in dieser Branche. Angesichts der Diskussion um ein Ende der Subventionen scheine hier nun die Luft zu entweichen. Auf dem unrühmlichen ersten Platz der DSW-Liste steht der Berliner Solarspezialist Solon: Wer vor fünf Jahren 1000 Euro auf die Aktie setzte, besitze heute gerade einmal noch 90 Euro, rechnete die DSW vor.