US-Börsen

Hoffnung auf Kampf-Ende in Libyen stützt Wall Street

Die US-Börsen haben am Freitag leicht gestärkt geschlossen. Internationale Hilfe für den Yen und die Aussicht auf ein Kampf-Ende in Libyen stützten die Wall Street.

Die Hoffung auf ein Ende der Kämpfe im Ölförderland Libyen hat die US-Börsen am Freitag gestützt. Die Ankündigung einer sofortigen Waffenruhe und eines Stopps aller Militäraktionen nahm zudem auch Spannung aus den Öl-Märkten, wo die Preise für den Rohstoff leicht sanken.

Auch die internationale Intervention auf dem Devisenmarkt zugunsten Japans stützte den Handel. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum Schluss 0,7 Prozent auf 11.858 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 11.777 und 11.927 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 0,4 Prozent auf 1279 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,3 Prozent auf 2643 Stellen zu.

Im Wochenvergleich gab der Dow 1,5 Prozent, der S&P um 1,9 Prozent und der Nasdaq um 2,6 Prozent nach. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) 0,1 Prozent höher auf 6664 Punkten ins Wochenende.

Bei den Einzelwerten brachen die Aktien von Nike um mehr als neun Prozent ein. Dem weltgrößten Sportartikel-Hersteller fällt es wegen höherer Produktionskosten immer schwerer, die Erwartungen zu erfüllen. Trotz deutlicher Zuwächse bei Umsatz und Gewinn büßt der Adidas-Rivale an Wirtschaftlichkeit ein und erwartet hier vorerst auch keine Verbesserung.

Die Aktien von Pfizer stiegen indes um 1,5 Prozent. Der weltgrößte Pharmakonzern erwägt die Trennung von einigen Teilen des Unternehmens. Analysten zufolge könnte sich Pfizer von Bereichen trennen, die nicht zum Kerngeschäft zählen. Mit einem solchen Schritt könnte aber der Jahresumsatz auf 35 bis 40 Milliarden von zuletzt 67 Milliarden Dollar sinken.

Zu den Kursgewinnern zählten auch die Papiere von Banken. Zweieinhalb Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise hält die US-Notenbank mittlerweile einige der 19 heimischen Großinstitute für robust genug, um ihre Dividenden hochzufahren. Doch die Zahlungen bleiben vorerst begrenzt. Sie dürfen nicht mehr als 30 Prozent der erwarteten Gewinne betragen.

Die Aktien von Wells Fargo verteuerten sich um 1,5 Prozent. Die Bank teilte nur kurz nach der Fed-Erklärung mit, für das erste Quartal eine zusätzliche Bardividende zahlen zu wollen. JPMorgan erhöht die Ausschüttung für das Quartal auf 25 Cent von fünf Cent. U.S. Bancorp – auch unter den zehn größten US-Banken – will ihre Jahresdividende um 150 Prozent anheben. Die Anteilsscheine von JPMorgan und Bancorp verbesserten sich um 2,6 beziehungsweise um 1,1 Prozent.

Libyens Außenminister Mussa Kussa hatte angesichts eines drohenden Militäreinsatzes der internationalen Gemeinschaft erklärt, seine Regierung sei offen für einen Dialog mit allen politischen Seiten. Der Ölpreis für die Sorte Brent aus der Nordsee fiel danach: Der Rohstoff kostete mit rund 114,29 Dollar pro Fass (159 Liter) 0,5 Prozent weniger als am Vortag.

Die durch die Natur- und Atomkatastrophe ausgelöste Krise in Japan trieb die großen Industriestaaten am Freitag erstmals seit zehn Jahren zu einem gemeinsamen Eingriff am Devisenmarkt. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, USA und Kanada verkauften die japanische Währung in großen Stil. In der Folge fiel der Yen deutlich, an der Aktienbörse in Tokio zogen die Kurse an.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,9 Milliarden Aktien den Besitzer. 2135 Werte legten zu, 827 gaben nach und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,59 Milliarden Aktien 1786 im Plus, 843 im Minus und 96 unverändert.

An den US-Kreditmärkten sanken die zehnjährigen Staatsanleihen 3/32 auf 102-31/32. Sie rentierten mit 3,271 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten dagegen 12/32 auf 105-15/32 und hatten eine Rendite von 4,418 Prozent.