Börsen-Bericht

Dax erholt sich wieder von seinem Kurssturz

Nachrichten von kleinen Erfolgen gegen die Katastrophe sorgten für Kurserholung. Der deutsche Leitindex rettet sich mehr als zwei Prozent ins Plus.

Hatte in den zurückliegenden Tagen die Angst vor einer nuklearen Katastrophe in Japan die Börsen weltweit unter Druck gesetzt, so trieben am Donnerstag die Nachrichten von kleinen Erfolgen im Kampf gegen die Katastrophe den Dax im Einklang mit den übrigen europäischen Indizes an. Zum Handelsschluss wies der deutsche Leitindex ein Plus von 2,2 Prozent auf 6656 Punkte aus. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es derweil um 1,8 Prozent nach oben, während sich der TecDax um 2,2 Prozent verbesserte.

Nach dem rasanten Höhenflug der deutschen Staatsanleihen gaben die Kurse am Donnerstag erstmals wieder nach. Der Bund-Future fiel um 83 Ticks auf 122,82 Punkte. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,172 Prozent. Dank der positiv aufgenommenen Emission spanischer Staatsanleihen übersprang der Euro wieder die Marke von 1,40 Dollar. Er kletterte auf ein Vier-Monats-Hoch von 1,4052 Dollar und notierte am Abend mit 1,4019 Dollar.

Die größten Aufschläge verbuchten im Dax die konjunktursensiblen Werte. Sie waren zuletzt angesichts der Atomkatastrophe stark unter Druck geraten. So verteuerten sich die Papiere von Siemens um 4,4 Prozent. Hier stützte auch ein positiver Marktkommentar der UniCredit, die Siemens als Anbieter von Gas-Turbinen als einen der Profiteure bei einer Abschaltung von Kernkraftwerken sieht. Titel von HeidelbergCement kletterten nach Zahlenvorlage und einem verhalten optimistischen Ausblick um 4,7 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Baustoffkonzern weitere Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis an. Nach anfänglichen Gewinnmitnahmen drehten einige Werte alternativer Energien im Handelsverlauf wieder ins Plus. So stiegen Solarworld um 2,8 Prozent, Centrotherm verteuerten sich um 4,9 Prozent, und die Titel des Windkraftanbieters Nordex gewannen 13,3 Prozent. Die Spitzenposition im MDax übernahmen die Papiere der SGL Group mit einem Plus von 9,2 Prozent.

Der Kohlenstoffspezialist erfüllte mit einem kräftigem Umsatz- und Gewinnplus seine Jahresziele 2010 und will im laufenden Jahr deutlich zulegen. Die etwas besser als erwartet ausgefallenen Eckdaten von Krones halfen der Aktie des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers 4,2 Prozent ins Plus. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 40 Cent je Aktie erhalten. Hingegen konnten sich die Anleger für das Rekordergebnis beim Spezialchemiekonzern Lanxess nicht begeistern. Insgesamt zeige die Bilanz „Licht und Schatten“ und sei nur uneinheitlich ausgefallen. In der Folge gab die Aktie um 1,6 Prozent nach.