Börsen-Bericht

Erdbeben-Katastrophe in Japan verschreckt Anleger

Dax verliert zum Handelsauftakt mehr als ein Prozent. Vor allem die Papiere der Rückversicherer verlieren dramatisch.

Ein starkes Erdbeben in Japan hat die Anleger vom deutschen Aktienmarkt ferngehalten. Der Dax fiel in den ersten Minuten um 1,3 Prozent auf 6973 Zähler. „Der hohe Ölpreis, die ungelöste europäische Schuldenkrise und jetzt noch das Erdbeben in Japan – das alles zusammen belastet die Stimmung der Investoren ordentlich,“ sagte ein Händler. Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Rückversicherer: Die Aktien der Münchener Rück verloren 5,2 Prozent auf 110,90 Euro. Im MDax gaben Hannover Rück um 4,9 Prozent auf 38,80 Euro nach.

Tief im Minus starteten auch K+S nach dem überraschend angekündigten Ausstieg der einstigen Konzernmutter BASF. Die Titel des Kasseler Konzerns rutschten um bis zu 9,3 Prozent auf 49,20 Euro ab. Der Chemieriese hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, am Freitag seinen noch verbliebenen Anteil an K+S über 10,3 Prozent am Aktienmarkt verkaufen zu wollen. Ein Händler sagte, der Schritt von BASF sei konsequent. Nachdem K+S signalisiert hatte, kein Interesse an BASFs zum Verkauf gestellten Geschäft mit Stickstoffdüngemittel zu haben, werde die letzte Verbindung zwischen den beiden Konzernen gekappt. BASF-Aktien notierten 1,7 Prozent schwächer.

Auch in Japan sind die Kurse kräftig ins Minus gerutscht. Das Beben im Nordosten des Landes ließ rund eine Viertelstunde vor Handelsschluss auch in Tokio die Häuser wanken. Der Betrieb an der Börse lief zwar weiter, aber die Anleger wollten wegen des Bebens ihr Risiko reduzieren – als sicher geltende Staatsanleihen verbuchten einen Kurssprung, die Landeswährung Yen gab nach. Auch vor dem Beben hatten bereits Sorgen über den hohen Ölpreis und dessen Folgen für die Weltkonjunktur die Kurse belastet.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel mit einem Abschlag von 1,7 Prozent auf 10.254 Punkten. In Singapur gehandelte Futures auf den Nikkei fielen allerdings nach dem Handelsschluss in Tokio unter 10.000 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 1,7 Prozent auf 915 Stellen nach.

Auch die anderen asiatischen Börsen notierten fast ausnahmslos deutlich schwächer – allein der Aktienmarkt in Shanghai hielt sich nahezu unverändert. Ansonsten fielen die Kurse im Schnitt um etwa ein Prozent. Hauptgrund waren unter anderem die schwachen Vorgaben von der Wall Street, die von den Sorgen über den Ölpreis verursacht worden waren.

Ölpreis fällt

Die Ölpreise sind gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen im asiatischen Handel 114,81 US-Dollar und damit 62 Cent weniger als am Vortag. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) büßte 62 Cent auf 101,87 Dollar ein.

Händler begründeten den Preisrückgang mit nachlassenden Befürchtungen, dass die Unruhen im Nahen Osten und in Nordafrika auch auf Saudi-Arabien übergreifen könnten. Saudi-Arabien ist der größte Ölexporteur der Welt. Unruhen dort hätten somit auch gravierende Auswirkungen auf die Ölmärkte.