Schuldenkrise

Großinvestor trennt sich von sämtlichen US-Anleihen

Die Allianz-Tochter Pimco verkauft alle ihre US-Anleihen. Das ist ein schwerer Schlag für die Glaubwürdigkeit der US-Geldpolitik.

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Großinvestor gibt den USA den Laufpass: Es ist derzeit schwer einzuschätzen, wie es um die Glaubwürdigkeit der USA und ihrer Anleihen steht. Denn seit Monaten stützt die Notenbank Fed den US-Bondsmarkt mit milliardenschweren Käufen.

Nun hat sich der Fonds Total Return des weltgrößten Anleihen-Investors Pimco von sämtlichen US-Schuldenpapieren getrennt. Der vom Fondsmanager Bill Gross verwaltete Total Return mit einem Volumen von knapp 237 Milliarden Dollar habe den Schritt bereits per Ende Februar vollzogen, teilte Pimco auf seiner Webseite mit. Die Renditen der US-Anleihen dürften auf zu niedrigem Niveau verharren, als dass die Papiere eine große Nachfrage unter Investoren hervorrufen würden. Zu dieser Einschätzung war Gross in seinem monatlichen Ausblick vom 2. März gekommen, schreibt der Nachrichtendienst Bloomberg. Er verwies darauf, dass das noch laufende Aufkaufprogramm von US-Anleihen durch die Fed sich dem Ende neige.

Die Investment-Ikone Gross schichtet von US-Anleihen in Anleihen aus Schwellenländern um – und erhöht den Baranteil seines Fonds. Die Quote des Bar-Anteils stieg im vergangenen Monat von zuletzt fünf auf nun 23 Prozent, meldet Bloomberg. Das ist das höchste Niveau seit Mai 2008. Das Gewicht von Anleihen aus Schwellenländern legte nach Bloomberg-Angaben auf 10 Prozent nach 9 Prozent im Januar zu.

Gross - der bei Pimco insgesamt ein Vermögen von 1,1 Billionen Dollar mitverwaltet - hat wiederholt davor gewarnt, dass das hohe US-Haushaltsdefizit die Inflation anheizen könnte. Gläubiger fordern zudem eine höhere Entschädigung für das wachsende Ausfallrisiko von US-Staatsanleihen. Allein in diesem Jahr wird sich die Neuverschuldung der Vereinigten Staaten voraussichtlich auf gut 1,6 Billionen Dollar belaufen - und zwischen den Parteien in Washington zeichnet sich kein Kompromiss darüber ab, wie der Schuldenberg abgebaut werden könnte.

Allein in den vergangenen fünf Monaten ist die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe durch den Preisverfall um einen vollen Prozentpunkt auf zuletzt knapp 3,5 Prozent gestiegen. Gross geht davon aus, dass die Rendite auf 4,0 steigen wird, wenn die Notenbank keine Staatsanleihen mehr kaufen wird. Die Fed pumpt derzeit zur Stützung der Konjunktur viele Milliarden Dollar in den Wirtschaftskreislauf, indem sie Staatsanleihen kauft. Der Schritt von Pimco ist das bislang stärkste Signal dafür, wie negativ Investoren Schuldenpapiere des Staates USA inzwischen bewerten.