Börsen-Bericht

Dax dreht nach Kaufrausch ins Minus

Der deutsche Leitindex kletterte in der Spitze auf 7270 Zähler. Doch im Handelsverlauf konnte der Dax die Marke nicht halten.

Am Rosenmontag ließen sich die Anleger trotz Libyen-Krise und einer Herunterstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands die Laune zunächst nicht verderben. Sie setzten vielmehr auf eine Fortsetzung der Konjunkturerholung, die auch von der neuesten Stimmungsumfrage aus der Euro-Zone unterstrichen wurde. Der Dax kletterte in der Spitze auf 7270 Zähler, gab die Gewinne aber im Handelsverlauf wieder ab und schloss bei 7161 Punkten 0,2 Prozent im Minus. MDax und TecDax verbuchten dagegen leichte Gewinne von 0,2 Prozent und 0,3 Prozent.

Die Aussicht auf höhere Zinsen in der Euro-Zone hievte den Euro über die Marke von 1,40 Dollar. Die Herunterstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands drückte die Gemeinschaftswährung im Verlauf jedoch wieder unter die 1,40 Dollar. Am frühen Abend wechselte der Euro bei 1,3982 Dollar den Besitzer. Am Rentenmarkt gab der Bund-Future leicht um neun Ticks auf 123,06 Punkte nach. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,287 Prozent.

Die Nachricht, dass Daimler und der Turbinenhersteller Rolls-Royce nach der Macht bei Togum greifen wollen, trieb die Papiere des Großdieselmotoren-Herstellers um 23,1 Prozent auf den höchsten Stand seit November 2007. Daimler rückten derweil um 0,8 Prozent vor. Die Anteilscheine von Linde stiegen um ein Prozent. Die Aktionäre des Industriegase-Herstellers und Anlagenbauers können laut einem Bericht der „FAZ“ mit einer überraschend hohen Ausschüttung rechnen.

Der Dax-Konzern hat für Donnerstag die Veröffentlichung seiner Ergebnisse im vierten Quartal und 2010 angekündigt. Zu den Verlierern zählten die Bankwerte, nachdem die Ratingagentur Moody's mit ihrer Bonitätsherabsetzung massive Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Griechenlands dokumentiert hatte und die europäische Schuldenkrise wieder in den Blick rückte. Commerzbank verloren 2,4 Prozent, während sich die Aktien des Branchenprimus Deutsche Bank um 0,8 Prozent verbilligten.

Auf den Verkaufslisten standen trotz der Rückkehr des Stahlkonzerns in die Gewinnzone auch die Aktien von Salzgitter. Sie büßten 1,6 Prozent ein. Für Enttäuschung hatte der Ausblick auf den Vorsteuergewinn 2011 gesorgt. Hoffnungen auf eine erfolgreiche Restrukturierung beflügelten die Aktien des Holzverarbeiters Pfleiderer, die um 9,7 Prozent hochschnellten. Laut „FTD“ streben Gläubiger-Hedgefonds einen radikaleren Schuldenabbau an als der Vorstand. Zuversichtlich stimmte auch die Meldung, dass Pfleiderer seit Jahresbeginn in Deutschland operativ schwarze Zahlen schreibt.