Börsen-Bericht

Adidas-Aktionäre im Dividenden-Rausch

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Der deutsche Leitindex hat wegen der Unsicherheit um das Öl weiter nachgegeben. Gegen den Trend verbessert sich die Adidas-Notierung deutlich.

Die anhaltende Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Nordafrika und Nahost belastete auch zur Wochenmitte die Aktienmärkte. Anleger fürchten, dass ein Übergreifen der Unruhen auf die ölreichen Länder am Golf und Saudi-Arabien den Ölpreis weiter in die Höhe treiben und damit die Konjunkturerholung gefährden könnte.

Vor diesem Hintergrund gab der Dax nach den Verlusten vom Dienstag weiter Terrain preis, grenzte aber die Anfangsverluste im Handelsverlauf etwas ein. Zum Sitzungsende notierte der Leitindex 0,6 Prozent schwächer bei 7181 Punkten. Der MDax verlor 1,2 Prozent, der TecDax gab 0,2 Prozent nach.

Im Vorfeld des heute anstehenden Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank stieg der Euro mit 1,3889 Dollar auf den höchsten Stand seit Anfang November. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass es zuerst in der Euro-Zone und dann erst in Amerika eine Zinserhöhung geben wird.

Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3871 Dollar. Am Rentenmarkt gab der Bund-Future um neun Ticks auf 123,97 Punkte nach. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte zuletzt mit 3,199 Prozent.

Mit einem Umsatzrekord und einem mehr als verdoppelten Ergebnis 2010 im Rücken zählten Aktien von Adidas mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent zu den stärksten Dax-Werten. Positiv werteten Börsianer vor allem die deutlich über den Erwartungen liegende Dividende.

Auto- und Logistikwerte wurden dagegen verkauft. BMW verloren 2,8 Prozent, Daimler und VW Vorzüge gaben 2,7 Prozent und 1,5 Prozent nach. Auch die Aktien von Infineon zählten mit einem Abschlag von 0,9 Prozent zu den großen Verlierern. Deutsche Post fielen um 1,3 Prozent. Für den Bonner Konzern erhöhen sich durch den hohen Ölpreis die Kosten, ebenso für die Lufthansa, deren Papiere 2,2 Prozent einbüßten.

Eine Verkaufsempfehlung der DZ Bank machte Celesio zu schaffen. Die Aktie verlor 6,2 Prozent. Kräftig abwärts ging es für die Rückversicherer. Munich Re büssten 2,3 Prozent ein, und Hannover Rück verloren 2,8 Prozent.

Zuvor hatte sich der Schweizer Konkurrent Swiss Re zur erwarteten Schadenlast nach dem Erdbeben in Neuseeland geäußert. Nach ersten Schätzungen muss der Konzern deutlich mehr tragen als von Analysten befürchtet. Um satte sieben Prozent nach oben ging es indes für SGL Group. Einem Sprecher zufolge erwägt die Beteiligungsgesellschaft Skion von BMW-Großaktionärin Susanne Klatten, ihre Anteile nach dem Einstieg von VW auf eine Sperrminorität aufzustocken. Händler sahen darin den Beginn einer möglichen Übernahmeschlacht.