US-Börse

Hoher Ölpreis und Libyen-Unruhe drückt US-Indizes

Anlegern bereitet die drohende Erhöhung der Inflationsrate durch hohe Ölpreise Sorgen. Libyen-Konflikte erschweren die internationalen Konjunktur.

Die Angst vor einer weltweiten wirtschaftlichen Abkühlung wegen der Unruhen in Libyen hat die Wall Street belastet. Viele Investoren befürchteten, dass der stark gestiegene Ölpreis den Aufschwung abwürgen und zu einer höheren Inflationsrate führen könnte. Von den Statistikern kamen gemischte Signale: Während die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe unerwartet stark sank, deuteten Verkaufszahlen für neu erbaute Eigenheime und Bestellungen für langlebige Güter daraufhin, dass die US-Wirtschaft noch einen längeren Weg aus der Krise vor sich hat.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,3 Prozent auf 12.069 Punkte nach. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 11.983 und 12.129 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 0,1 Prozent auf 1306 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,6 Prozent auf 2738 Punkte. In Frankfurt schloss der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 7130 Zählern.

Der Aufstand in Libyen sorgte erneut für steigende Ölpreise. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent schoss um bis zu 7,7 Prozent auf knapp 120 Dollar nach oben – den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Später ging der Preis deutlich zurück, nachdem aus Kreisen verlautet war, dass der weltgrößte Exporteur Saudi-Arabien über mehr Ölexporte verhandele.

Den Nasdaq-Index stützte das Online-Reisebüro Priceline.com. Das Unternehmen wurde nach der Vorlage seiner Bilanz von mehreren Analysten hochgestuft. Der Kurs der Aktie sprang 8,5 Prozent in die Höhe. Abwärtsging es dagegen für die Opel-Mutter General Motors, obwohl der Konzern mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen von Analysten übertraf. GM-Papiere verloren 4,5 Prozent.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen die in den USA gehandelten Anteilsscheine des kanadischen Automobilzulieferers Magna International. Das Papier brach um knapp zehn Prozent ein, nachdem der Konzern mit seinen Quartalszahlen und Prognosen Investoren enttäuscht hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,22 Milliarden Aktien den Besitzer. 1585 Werte legten zu, 1381 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,07 Milliarden Aktien 1583 im Plus, 1051 im Minus und 105 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 9/32 auf 101-13/32. Sie rentierten mit 3,455 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 24/32 auf 103-13/32 und hatten eine Rendite von 4,540 Prozent.