Börsen-Bericht

Libyen-Krise drückt Dax zum Handelsstart ins Minus

Händler fürchten, dass die Unruhen in Libyen den Ölpreis weiter steigen lassen. Das belastet zum Handelsbeginn den deutschen Leitindex.

Die Libyen-Krise hat die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Der Dax verlor in den ersten Minuten 0,5 Prozent auf 7286 Punkte. „Ein Ende der Unruhen ist bislang nicht absehbar und da Libyen ein Ölstaat ist, werden die Anleger immer nervöser“, sagte ein Händler. Investoren fürchten, dass weiter steigende Ölpreise das Wirtschaftswachstum abwürgen könnten. Die Preise für Öl der Sorte WTI und Brent stiegen aus Sorge vor Lieferengpässen auf den höchsten Stand seit knapp zweieinhalb Jahren.

Erneut auf der Verliererseite standen die Aktien der Lufthansa mit einem Abschlag von drei Prozent. Bereits am Montag hatten sie im Dax um 2,6 Prozent nachgegeben. Zu den wenigen Gewinnern zählten MAN, die sich um gut zwei Prozent verteuerten. Im TecDax konnten Q-Cells ihre vorbörslichen Gewinne nicht halten und rutschten um 2,3 Prozent ins Minus. Dank des Branchenbooms und seiner Neuausrichtung hat der Solarkonzern 2010 die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft.

Zuvor schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte mit einem deutlichen Verlust von 192,83 Punkten oder 1,78 Prozent auf 10.664,7 Punkte. Der breit gefasste Topix büßte 17,93 Punkte oder 1,84 Prozent auf 956,7 Zähler ein.

Neben den Unsicherheiten aufgrund eines weiter steigenden Ölpreises belasteten auch schlechte Nachrichten mit Blick aufs eigene Land die Kurse: Die Rating-Agentur Moody’s hatte den Ausblick bei der Kreditwürdigkeit Japans von stabil auf negativ gesenkt, damit droht eine Herabstufung der Bonitätsnote „Aa2“. Die Aktienkurse großer Banken gaben daraufhin deutlich – teilweise über vier Prozent – nach. Auch der Yen zeigte nach der Mitteilung im Vergleich zum Dollar Schwächen: Die US-Währung wurde entsprechend fester mit 83,31-34 Yen gehandelt nach 83,12-13 Yen am späten Vortag. Der Euro notierte zum Yen leichter mit 113,22-25 Yen nach 113,72-76 Yen am Montag. Zum Dollar lag er bei 1,3589-92 Dollar nach 1,3681-82 Dollar am späten Vortag.