Börsen-Bericht

Dax tritt auf der Stelle – Daimler-Aktien fallen

Ohne neue Impulse haben sich die Anleger kaum an den Aktienmarkt getraut. Der Dax pendelte bei geringen Umsätzen am Vormittag um seinen Vortagesschluss von 7414 Punkten.

Seit Anfang der Woche hat sich der Leitindex meist um diese Marke bewegt, im Börsenhandel aber stets geringfügig höher geschlossen. „Nach oben ausbrechen schafft der Markt nicht, und nach unten geht es auch nicht richtig“, fasste ein Händler zusammen. „Somit schleppt sich der Index von Tag zu Tag einen Tick höher.“ Selbst eine Reihe von europäischen Unternehmensbilanzen beeindruckte die Anleger kaum. Neue Impulse könnten am Nachmittag aus den USA kommen, wo unter anderem die Statistiken zu den Verbraucherpreisen und Realeinkommen, der Wochenbericht vom Arbeitsmarkt und der Konjunkturindex der Federal Reserve von Philadelphia erwartet werden.

Auf den Dax lastete vor allem die Talfahrt der Autowerte nach den enttäuschenden Geschäftszahlen von Daimler am Vortag. Die Aktien des Autobauers rutschten bis zum späten Vormittag um zwei Prozent ins Minus, nachdem sie zu Handelsbeginn noch fast ein Prozent zugelegt hatten. „Die Zahlen für das vierte Quartal waren nicht so schlimm wie zunächst gedacht, aber toll waren sie auch nicht“, zitierte ein Händler aus einer Kurzstudie der Bank of America/Merill Lynch. Einige Analysten senkten ihre Schätzungen für die Stuttgarter. Das Brokerhaus Equinet nahm die Anlageempfehlung auf „hold“ von „buy“ herunter. Schon am Mittwoch hatten Daimler über vier Prozent eingebüßt.

Die Aktien von BMW und VW folgten Daimler nach unten und verloren je ein Prozent. Händler sagten, viele Anleger nutzten die enttäuschenden Nachrichten von Daimler, um einige Gewinne bei den Favoriten des Vorjahres mitzunehmen. Demgegenüber konnten sich die Aktien der französischen Autohersteller Peugeot und Renault noch leicht im Plus behaupten.

Größter Dax-Gewinner waren die Aktien der Commerzbank mit einem Aufschlag von einem Prozent auf 5,84 Euro. „Da erwarten einige Anleger gute Zahlen, nachdem in dieser Woche Barclays und Societe Generale mit ihren Bilanzen die Anleger überzeugt haben“, erklärte ein Händler. Der Markt ignorierte Aussagen der Ratingagentur Moody's, wegen Zweifeln an einer dauerhaften staatlichen Unterstützung die Bonitätsnoten für die Bank zu überprüfen.

Die Aktien der Deutschen Bank gaben derweil einen kleinen Teil ihres Vortagesgewinns wieder ab und rutschten um 0,6 Prozent ins Minus. In Paris setzten die Anleger dagegen weiter auf Societe Generale und trieben den Kurs so über zwei Prozent in die Höhe. BNP Paribas stiegen um 0,6 Prozent. Die französische Großbank hatte im vierten Quartal die Gewinnerwartungen aufgrund von Abschreibungen auf den Wert des BNP-Anteils am Versicherer Axa verfehlt. Börsianer bewerteten dies als wenig dramatisch. Die Aktien von Axa fielen um ein Prozent, nachdem der Konzern wegen des Verkaufs eines Lebensversicherungsgeschäfts in Großbritannien einen Gewinnrückgang verzeichnete. Der Dividendenvorschlag und die Ergebnisse seien eine Enttäuschung, schrieben die Analysten der DZ Bank.

Mit Käufen reagierten die Investoren auf die Geschäftszahlen des Chemikalien-Händlers Brenntag. Die Titel stiegen um bis zu 3,6 Prozent auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 75,29 Euro und zählten damit im MDax zu den Spitzenreitern. Im TecDax setzten die Anleger auf die Solarwerte: Phoenix und Q-Cells stiegen um je mehr als fünf Prozent.