Börsen-Bericht

Daimler verdirbt Anlegern die Laune und bremst Dax

Die Geschäftszahlen von Daimler haben den Anlegern die Kauflaune verdorben. Der Dax lag am Mittag mit 7415 Punkten nur noch 0,2 Prozent im Plus.

Zuvor hatte der Leitindex noch 0,5 Prozent auf 7437 Punkte zugelegt und damit so hoch wie seit Januar 2008 nicht mehr notiert. „Daimler hat ziemlich eingeschlagen, das war eine herbe Enttäuschung“, sagte ein Händler. Zudem hätten Spekulationen über eine Senkung der Gewinnprognose durch E.on die Aktienkurse gedrückt, fügte ein anderer hinzu.

Daimler-Aktien fielen um rund vier Prozent auf 53,53 Euro und waren damit das Schlusslicht im Leitindex. Analysten kritisierten, dass vor allem die Ergebnisse für das vierte Quartal unter den Erwartungen lag. „Die Frage ist, ob das Einmaleffekte sind, oder ob man das bei den künftigen Gewinnen berücksichtigen muss“, erklärte BHF-Bank-Analyst Aleksej Wunrau. „Vielleicht sind die Erwartungen an Daimler aber auch etwas hoch gewesen“, räumte Analyst Marc-René Tonn von M.M.Warburg ein. Viele Börsianer hielten die höhere Dividende und den Ausblick allerdings für recht gut. „Der Kursrückgang hängt auch mit Gewinnmitnahmen zusammen, denn schließlich haben Daimler ordentlich zugelegt“, sagte ein Händler. Auf Zwölf-Monats-Sicht hatten die Aktien über 70 Prozent zugelegt.

Auch die übrigen Autowerte gaben meist nach: BMW-Aktien verloren 1,6 Prozent auf 61 Euro, VW 0,7 Prozent und MAN 0,4 Prozent auf 86,09 Euro.

Ebenfalls zu den Schlusslichtern zählten die Aktien von E.on mit einem Abschlag von 1,9 Prozent auf 24,29 Euro. „E.on hat unseren Analysten angerufen und gesagt, man solle die Prognose senken“, erklärte ein Händler. Ein E.on-Sprecher sagte, das Unternehmen kommentiere Marktgerüchte nicht. Die Aktien von RWE fielen im Sog von E.on um 1,5 Prozent auf 52,10 Euro.

Auf der Gewinner-Seite standen die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von zwei Prozent auf 47,93 Euro. Händler führten die Kursgewinne auf eine bessere Branchenstimmung und charttechnischen Kaufsignalen zurück. Nach Barclays am Vortag überzeugte am Mittwoch Societe Generale die Anleger mit einem Gewinnsprung. Die Aktien legten 4,7 Prozent zu.

Siemens profitierten von einer Kaufempfehlung und stiegen um 1,5 Prozent auf 96,27 Euro.

Im Stoxx50 zählten zudem Sanofi-Aventis mit einem Plus von 3,6 Prozent zu den größten Gewinnern. Der Pharmariese kauft für 20 Milliarden Euro die US-Biotechfirma Genzyme und rüstet sich damit für die Zeit nach dem Auslaufen wichtiger Patente.