Börsen-Bericht

Dax schließt leicht im Plus – Daimler bremst

Sprudelnde Gewinne bei Société Générale und Dell haben Anleger an die Aktienmärkte gelockt. Doch die Zahlen von Daimler enttäuschten.

„Es gibt ein wachsendes Vertrauen in die Weltwirtschaft“, sagte Mike Lenhoff, Chef-Stratege bei Brewin Dolphin. „Die Erholung scheint in eine nachhaltige Expansion überzugehen und das bedeutet einen positiven Ausblick für die Unternehmensgewinne.“ Beflügelt von Zugewinnen bei den Finanzwerten stieg der EuroStoxx50 für die Euro-Zone um ein Prozent auf 3061 Zähler. Der Dax hinkte den anderen europäischen Märkten mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 7414 Punkte hinterher – vor allem wegen Kursverlusten beim Index-Schwergewicht Daimler.

„Daimler hat ziemlich eingeschlagen, das war eine herbe Enttäuschung“, sagte ein Händler zu den Geschäftszahlen des Autokonzerns, der 2010 wieder in die Gewinnzone gefahren war. „In der Summe: ein schwaches viertes Quartal 2010 und kein spezifischer Ausblick“, erklärte JP-Morgan-Analyst Ranjit Unnithan. Daimler-Aktien sackten um 4,4 Prozent ab. Händler begründeten den Rückgang auch mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Titel auf Zwölf-Monats-Sicht über 70 Prozent zugelegt hatten.

Euphorisch reagierten Anleger dagegen auf den kräftig gestiegenen Gewinn der französischen Großbank Société Générale (SocGen), deren Aktien fast fünf Prozent zulegten. Nachdem die britische Großbank Barclays die Anleger bereits am Mittwoch mit einem Gewinnsprung zuversichtlich gestimmt hatte, hellte SocGen die Stimmung im Finanzsektor weiter auf. Die Bank steigerte ihren Gewinn im Schlussquartal kräftig. „Das rechtfertigt die Erholung der Aktie in den letzten Monaten, und die Anhebung der Dividende ist auch ein gutes Zeichen,“ erklärte Francois Chaulet vom Brokerhaus Montsegur Finance. Der europäische Stoxx-Branchenindex stieg um 2,6 Prozent. In Frankfurt setzten sich die Papiere der Deutschen Bank mit einem Plus von 3,5 Prozent an der Dax-Spitze.

Die Aktien des Industriekonzerns Siemens profitierten von einer Kaufempfehlung durch Barclays und verteuerten sich um 2,2 Prozent. Für gute Stimmung sorgte darüber hinaus der US-Computerkonzerns Dell, der dank einer höheren Nachfrage von Firmenkunden einen höheren Gewinn einfuhr. Dell-Aktien schossen in New York über zehn Prozent nach oben.

Die Aktien der Deutschen Börse weiteten am Tag nach Bekanntgabe der Fusion mit der Nyse Euronext dagegen ihre Verluste um 1,7 Prozent aus. Analysten erwarten regulatorischen Gegenwind für den Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenbetreiber. Auch Nyse-Aktien gerieten unter Druck und fielen in New York um knapp drei Prozent.

Im EuroStoxx50 zählten Sanofi-Aventis mit einem Plus von 3,5 Prozent zu den größten Gewinnern. Der Pharmariese kauft für 20 Milliarden Euro die US-Biotechfirma Genzyme und rüstet sich damit für die Zeit nach dem Auslaufen wichtiger Patente. Genzyme-Papiere gewannen 1,5 Prozent.

In Europa griffen Anleger auch bei Heineken zu, die sich um gut drei Prozent verteuerten. Die niederländische Brauerei hat dank eines Sparprogramms im vergangenen Jahr die Gewinnerwartungen übertroffen.