Wall Street

Schwache Konjunkturdaten belasten die US-Börsen

Die US-Einzelhändler sind sehr bescheiden ins neue Jahr gestartet. Für eine positive Überraschung sorgte dafür die FedEx-Aktie.

Schwache Konjunkturdaten haben die Wall Street am Dienstag belastet. Die US-Einzelhändler starteten mit einem überraschend mageren Umsatzplus ins neue Jahr.

Die Zahlen schürten Zweifel an einer Erholung der Konsumausgaben. Der Einzelhandel gilt als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung in den USA, da deren Wirtschaftleistung zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum abhängt.

Mit Spannung verfolgte der Markt die Fusionsvereinbarungen zwischen Deutscher Börse und Nyse Euronext. Die Aufsichtsräte beider Konzerne stimmten den Plänen zu. Die Kurse der Börsenbetreiber gaben deutlich nach. Die Werte von Energiefirmen sanken im Sog des fallenden Ölpreises.

In New York schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 12.226 Punkte. Der Leitindex pendelte im Handelsverlauf zwischen 12.193 und 12.268 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 0,3 Prozent nach auf 1328 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 0,5 Prozent tiefer bei 2804 Stellen. Der Dax ging mit einem leichten Plus von knapp 0,1 Prozent auf 7400 Punkten aus dem Handel.

Die Einzelhandelsumsätze seien besonders enttäuschend, weil der allgemeine Trend in der Branche positiv gewesen sei, sagte Charles Bobrinskoy von Ariel Investments. "Die Frage ist nun, inwiefern das aufs Wetter zurückzuführen ist“, fügte er hinzu. Im Januar tobten in weiten Teilen der USA Schneestürme, die das öffentliche Leben zeitweise lahmlegten. Auch ein überraschend angestiegener Index für das verarbeitende Gewerbe im US-Bundesstaat New York hellte die Stimmung der Anleger kaum auf.

Exxon- und Chevron-Aktien geben nach

Zu den Verlierern gehörten am Dienstag vor allem Energiewerte, die in der jüngsten Rally zu den größten Gewinnern gehört hatten. Die Papiere von Exxon Mobil fielen um 2,3 Prozent. Chevron-Anteilsscheine gaben 0,6 Prozent nach.

Von der transatlantischen Fusion zwischen Deutscher und New Yorker Börse zeigten sich die Investoren wenig begeistert. Die Papiere der Deutschen Börse schlossen in Frankfurt mit einem Minus von 2,4 Prozent. Die Titel der Nyse Euronext lagen in New York 3,4 Prozent tiefer. Auch die Anteilsscheine von Konkurrenten standen auf der Verkaufsliste, Nasdaq-Aktien verloren 4,6 Prozent.

Für Impulse am Markt sorgte ein weiteres Fusionsvorhaben. Nach monatelangem Poker soll die Übernahme des US-Biotechnologieunternehmens Genzyme durch den französischen Pharmakonzern Sanofi-Aventis Kreisen zufolge in trockenen Tüchern sein. Genzyme-Aktie stiegen 3,5 Prozent.

FedEx-Gewinnwarnung beeindruckt Wall Street nicht

Unbeeindruckt zeigten sich Börsianer von einer Gewinnwarnung des US-Paketdienstes FedEx. Dessen Aktie legte 2,1 Prozent zu. Der Konzern hatte angekündigt, im laufenden Quartal die Gewinnziele wegen Winterstürmen und höheren Kraftstoffkosten nicht erreichen zu können.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 930 Millionen Aktien den Besitzer. 1131 Werte legten zu, 1828 gaben nach und 134 blieben unverändert.

An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von zwei Milliarden Aktien 1007 Werte im Plus, 1627 im Minus und 117 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 03/32 auf 100-06/32. Sie rentierten mit 3,610 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 04/32 auf 101-15/32 und hatten eine Rendite von 4,661 Prozent.