Supersprit E-10

Aral entfacht Preiskampf um neues Bio-Benzin

Die deutschen Tankstellen ziehen in einen Preiskampf um das Bio-Benzin E-10. Bei Aral soll es so teuer sein wie das alte Superbenzin.

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An den fast 15.000 Tankstellen in Deutschland zeichnet sich ein neuer Preiskampf ab. Grund dafür ist die Einführung des Bio-Benzins mit zehn Prozent Ethanolanteil. Als erster großer Ölkonzern führt Aral diese Benzinsorte in diesen Wochen bundesweit an seinen 2406 Tankstellen ein. „Wir werden das Aral-Super-E-10 an den von uns umgestellten Tankstellen auf dem Preisniveau des bisherigen Superbenzins anbieten“, sagte Stefan Brok, Chef der BP-Tochter Aral.

Allerdings wird der Marktführer im deutschen Tankstellengeschäft im Gegenzug die bislang üblichen Sorten verteuern. „Der Preisabstand der sogenannten Schutzsorte Super mit maximal fünf Prozent Bioethanolanteil zu Super-E-10 beträgt aktuell fünf Cent je Liter“, sagte der Manager. Betrachtet man die Herstellungskosten für den Ethanolanteil, müsste es eigentlich genau umgekehrt sein. „Wir müssen das so machen. Wenn das Super-E-10 nicht deutlich günstiger wäre, würde es kein Autofahrer kaufen“, sagte Aral-Chef Brok.

Und dazu sind alle Ölkonzerne gezwungen: Ein Gesetz schreibt ihnen vor, den Bio-Anteil in ihren Benzinsorten auf fast zehn Prozent deutlich zu erhöhen. Schaffen sie diese gesetzlichen Auflagen nicht, müssen die Unternehmen Strafen zahlen. Deshalb muss aus Sicht von Aral der Preisabstand groß und attraktiv sein, um rasch möglichst viele Kunden für das neue Superbenzin zu gewinnen. Die Nummer zwei im deutschen Tankstellenmarkt, Shell, hat das Bio-Benzin noch nicht an den 2071 Stationen eingeführt, will damit aber im Frühjahr in Süddeutschland beginnen. „Wir können deshalb auch noch nicht über Preise reden“, sagte eine Sprecherin.

Allerdings wird auch Shell nach Aussage von Branchenexperten die Einführung der neuen Sorte mit einem Preisabstand beginnen. Aral-Chef Brok sagte: „Wie groß der Preisunterschied am Ende sein wird, das wird der Wettbewerb entscheiden.“ Das Problem: Von den rund 42 Millionen in Deutschland zugelassenen Autos vertragen rund zehn Prozent das neue Bio-Benzin nicht.

Bei ihnen sind Motorteile wie etwa Einspritzpumpen aus Aluminium eingebaut, und dieses Material kann durch den höheren Alkoholanteil im Super-E-10 rosten. Aral empfahl den Autofahrern, sich bei den jeweiligen Herstellern zu erkundigen, ob ihr Auto dazugehört. Schon eine einzige falsche Tankfüllung könne zum Motorschaden führen. Sowohl der ADAC als auch die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) haben auf ihren Internetseiten Listen mit den gefährdeten Pkw.