Wall Street

Gute Konjunkturaussichten beflügeln die US-Börsen

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Auch Milliarden-Fusionen und positive Quartalsergebnisse treiben die US-Indizes in die Höhe. Die sich entspannende Lage in Ägypten stützt die Märkte.

Gute Aussichten für die Weltwirtschaft haben die Wall Street am Montag beflügelt. Weiter steigende Rohstoffpreise – etwa für Kupfer – deuteten darauf hin, dass Investoren auf eine noch stärker brummende Konjunktur wetteten, sagten Händler. Zudem trieben milliardenschwere Übernahmen die Fusionsfantasien der Anleger und damit auch die Kurse. Eine leichte Entspannung der Lage in Ägypten und in der Schuldenkrise in Europa trugen ihren Teil dazu bei.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher auf 12.161 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 12.092 und 12.188 Stellen. Der breiter gefasste Index S&P500 gewann ebenfalls 0,6 Prozent auf 1319 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,5 Prozent auf 2784 Stellen zu. In Frankfurt ging der Deutsche Aktienindex (Dax) 0,9 Prozent höher bei 7283 Punkten aus dem Handel.

Freundliche Wirtschaftsdaten haben Rohstoffe bereits zuletzt verteuert. Am Montag kletterte der Preis für Kupfer auf ein Rekordhoch von zeitweise 10.160 Dollar pro Tonne. Damit hat sich der Preis seit dem Kurssturz im Zuge der Lehman-Pleite im Herbst 2008 mehr als verdreifacht. Kupfer wird unter anderem in der Elektro-, Bau- und Autoindustrie verwendet.

Gute Quartalsberichte

Auch die bisherigen Quartalsergebnisse der US-Konzerne treiben die Euphorie. Reuters-Daten zufolge sind die Zahlen von rund 70 Prozent der Firmen aus dem S&P 500, die ihre Bilanz bereits veröffentlich haben, besser ausgefallen als erwartet. „Mit den Zahlen und den Fusionen, die darauf hinweisen, dass die Unternehmen unterbewertet sind, gibt es heute keine schlechten Nachrichten“, sagte Ron Kiddoo von Cozad Asset Management.

Sorgen über eine Ausweitung der Schuldenkrise in Europa ebbten am Montag weiter ab: Das angeschlagene EU-Mitgliedsland Portugal besorgte sich wieder Geld am Kapitalmarkt. Dabei lagen die Angebote bei etwa sechs Milliarden Euro, während Portugal 3,5 Milliarden Euro über Bondverkäufe aufnahm.

Bei den Unternehmen standen Aktien von Beckman Coulter im Blick, einem Hersteller von Medizin-Diagnostik. Der Industriekonzern Danaher will Beckman für 6,8 Milliarden Dollar übernehmen und bietet pro Aktie 83,50 Dollar. Beckman-Aktien verteuerten sich daraufhin um 9,6 Prozent auf 82,65 Dollar.

Der US-Konzern EnsCo will den Rivalen Pride für 7,3 Milliarden Dollar kaufen und zum weltweit zweitgrößten Bohr-Unternehmen aufsteigen. EnsCo bietet 41,60 Dollar pro Aktie. Pride-Papiere legten 15,7 Prozent auf 39,8 Dollar zu.

Ebenfalls gefragt waren die Anteilsscheine von Hasbro mit einem Kursaufschlag von 1,8 Prozent. Der zweitgrößte US-Spielwarenhersteller hat mit seinem Quartalsumsatz enttäuscht, für das laufende Jahr aber einen Gewinnanstieg in Aussicht gestellt.

Zu den Verlierern gehörte dagegen der US-Krankenversicherer Humana. Er wies wegen gestiegener Kosten einen Gewinnrückgang aus. Die Aktie fiel um knapp drei Prozent.

Der Internet-Konzern AOL treibt wegen wegbrechender Werbeeinnahmen im klassischen Geschäft den Umbau zu einem Medienkonzern voran. AOL kauft die US-Onlinezeitung „The Huffington Post“, ein in den USA sehr beliebtes und schnell wachsendes Portal für Nachrichten, Analysen und Lifestyle, für 315 Millionen Dollar. AOL-Aktien gaben 3,4 Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 880 Millionen Aktien den Besitzer. 2073 Werte legten zu, 917 gaben nach und 108 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Milliarden Aktien 1803 im Plus, 863 im Minus und 93 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 4/32 auf 91-20/32. Sie rentierten mit 3,652 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten dagegen 9/32 auf 92-21/32 und hatten eine Rendite von 4,710 Prozent.