Rohstoffe

Sperrung des Suez-Kanals könnte Ölpreis verdoppeln

Venezuelas Ölminister warnt vor einem Preissprung beim Öl bis zu 200 Dollar. Anleger rechnen auch mit einer Angleichung der Preise wichtiger Ölsorten.

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Die Schließung des Suez-Kanals in Folge der Unruhen in Ägypten könnte den Ölpreis nach Ansicht Venezuelas mehr als verdoppeln. Eine Verteuerung auf 200 Dollar je Barrel sei möglich, sagte der Ölminister des Landes, Rafael Ramirez.

Momentan gebe es aber noch keine Anzeichen dafür, dass der Verkehr auf der wichtigen Seestraße gestoppt werden müsse. Zudem gebe es derzeit genügend Öl am Markt. Eine Sondersitzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) werde erst dann anberaumt, sollte es zu einer Schließung des Kanals kommen, sagte Ramirez weiter. Eine Sperrung des Kanals würde Tanker zu einem tagelangen Umweg um das Horn von Afrika zwingen.

Derivateanleger haben spekulierten unterdessen auf eine Preisangleichung am Rohölmarkt. Dazu kauften sie ein Spread-Zertifikat von der Societe Generale, das darauf setzt, dass sich die Preise für Brent- und WTI-Rohöl wieder annähern.

An der Euwax war dieses Papier am Freitag das meistgehandelte Anlagezertifikat mit 67 Transaktionen, wobei Händler Norbert Paul fast ausschließlich von Käufen berichtete. An der Scoach lag das Zertifikat auf dem zweiten Platz in der Handelsstatistik.

Seit Beginn der Unruhen in Nordafrika ist der Preis für Brent-Öl, das in der Nordsee gefördert wird, deutlich gestiegen. Am Freitagnachmittag kostete es rund 102,19 Dollar pro Fass.

Der Preis für das aus den USA kommende WTI-Öl zeigte sich von den Unruhen kaum betroffen und lag bei 91,46 Dollar. Zudem sind die Rohöllager in den USA gut gefüllt, während Brent als knapp gilt. Normalerweise kosten beide Ölsorten ähnlich viel. Auslöser waren Spekulationen über einen Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak.