Marktbericht

Dax schließt nach Jahreshoch kaum verändert

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt hat die Angst vor der eigenen Courage gepackt. Nach dem Jahreshoch nehmen sie Gewinne mit.

Mit rund 7183 Punkten schloss der Dax nahezu unverändert. Im frühen Geschäft war der Leitindex noch um 0,5 Prozent auf 7222 Zähler geklettert und hatte damit so hoch wie seit Mai 2008 nicht mehr notiert. „Das war einigen offenbar zu schnell“, sagte ein Händler. „Viele brauchen doch erst einmal eine Verschnaufpause, so positiv sieht das alles ja doch nicht aus.“ Somit setzten Gewinnmitnahmen ein.

Am Nachmittag sorgten zudem die revidierten Arbeitsmarktdaten der US-Privatwirtschaft für Ernüchterung. Nach Angaben der privaten Arbeitsagentur ADP sind im Dezember 50.000 weniger Jobs geschaffen worden als zunächst angenommen. Die US-Börsen tendierten zum Handelsschluss in Europa uneinheitlich. Der europäische Stoxx50 legte indes 0,5 Prozent zu.

Die Verunsicherung über die Entwicklung in Ägypten ließ etwas nach. So verbilligten sich auch die Kreditversicherungen (CDS) für ägyptische Anleihen leicht. Nach dem angekündigten Rückzug von Präsident Husni Mubarak lieferten sich seine Anhänger in Kairo Straßenschlachten mit Oppositionellen. Ein Börsen-Vertreter in Kairo kündigte an, die Börse solle am Donnerstag den fünften Handelstag in Folge geschlossen bleiben.

„Die Sorge bei Ägypten ist, dass es letztlich zu einem Flächenbrand in der Region kommt und damit auch zu Schwierigkeiten bei der Öllieferung“, sagte ein Händler. Sollte der Ölpreis weiter steigen, werde das irgendwann auch auf die Unternehmen durchschlagen. „Und das sehen Investoren nicht so gerne.“

Mit einem Minus von 3,6 Prozent waren die Aktien von MAN größter Dax-Verlierer. Händler begründeten die Verkäufe mit enttäuschenden Zahlen des Rivalen Scania und Zweifeln an einem raschen Zusammenschluss beider Unternehmen. Das „Handelsblatt“ hatte berichtet, die Allianz hänge an zwei Hürden: Neben den Folgen der Schmiergeldaffäre der früheren MAN-Tochter Ferrostaal fürchte VW – Großaktionär beider Lkw-Hersteller – auch die Folgen der EU-Kartellermittlungen. Scania verloren in Stockholm zeitweise über sechs Prozent und schlossen zwei Prozent im Minus. Der Lkw-Bauer kam mit seinem Quartalsbericht nicht an die Prognosen heran und lieferte einen verhaltenen Ausblick ab. Die Titel des weltgrößten Lkw-Bauers Daimler gaben 1,5 Prozent nach.

Nach einer Reihe von Kurszielanhebungen infolge der am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen zogen Infineon um 1,9 Prozent an. Ein charttechnischer Ausbruch bei knapp über 117 Euro katapultierte Münchener Rück mit einem Plus von zwei Prozent nach oben. Den möglichen Schäden durch die Kältewelle in den USA und den Wirbelsturm in Australien maßen Anleger Händlern zufolge dagegen zunächst weniger Bedeutung bei. Steigende Preise bei Agrar-Rohstoffen sorgten bei den Anteilsscheinen des Düngemittelherstellers K+S für ein Kursplus von 2,9 Prozent.

Deutsche Solarwerte reagierten Händlern zufolge positiv auf die unerwartet guten Quartalszahlen des norwegischen Solarkonzerns Renewable Energy Corp. Die Aktien von REC schossen in Oslo um über 13 Prozent nach oben, im TecDax profitierten unter anderem Centrotherm und Phoenix Solar mit Aufschlägen von 2,6 und 2,1 Prozent. An der Wall Street legten die Anteilsscheine von First Solar um mehr als fünf Prozent auf den höchsten Stand seit 18 Monaten zu.