Anbieter im Vergleich

Studie kürt beste Bonus-Zertifikate

Ein Fachmagazin hat die besten Bonuszertifikate auf 20 Basiswerte gekürt. Am besten schneidet in dem Vergleich der Anbieter die Deutsche Bank ab. Auch die Commerzbank fällt laut den Verfassern der Studie durch ein geringes Kreditausfallrisiko auf.

Im Einkauf liegt der Gewinn. So lautet eine alte Kaufmannsregel. Sie gilt auch an der Börse. Wer Preise vergleicht, kann weitaus höhere Renditen erzielen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Best Bonus 2009“, die vom Fachmagazin „Der Zertifikateberater“ und dem Onlineportal finanztreff.de erstellt wurde. Das bedeutet, die Entscheidung für ein Bonuszertifikat ist eine Sache – die Auswahl des richtigen Papiers eine andere. Denn die Konditionen unterscheiden sich stark.

Für die Studie wurden alle an den Börsen Frankfurt und Stuttgart notierten Bonuszertifikate auf 20 verschiedene Basiswerte in der Zeit vom 1.September 2008 bis 28.Februar 2009 analysiert. Dazu ermittelte das Analyseteam zweimal täglich die mögliche Rendite der verschiedenen Bonuszertifikate. Die besten Bonuszertifikate offerierte mit deutlichem Abstand vor der Konkurrenz die Deutsche Bank.

Sie hat in 27,9 Prozent aller Fälle das jeweils attraktivste Papier angeboten. Auf Platz zwei rangiert Goldman Sachs mit 18,3 Prozent und dahinter die Commerzbank mit 14,4 Prozent. Einen Vergleich zur vorangegangenen Studie zieht Tobias Kramer, Herausgeber des Zertifikateberaters: „Die deutlichsten Zugewinne in der Untersuchung erzielten der Gesamtsieger Deutsche Bank und die drittplazierte Commerzbank. Zwei Emittenten, die über den gesamten Untersuchungszeitraum durch eher niedrige Credit Spreads aufgefallen sind.“

Credit Spreads zeigen das Kreditausfallrisiko des Emittenten. Je niedriger, desto geringer ist das Ausfallrisiko. Da es auch an der Börse nicht nur darauf ankommt, günstig einzukaufen, sondern auch qualitativ hochwertige Produkte zu erwerben, die keine Zusatzrisiken bergen, ist die Bonität des Emittenten ebenso wichtig wie der Preis.

Andere Marktteilnehmer wie Goldman Sachs, deren Bonität schlechter ist als die der Deutschen Bank oder der Commerzbank müssen den Anlegern daher bessere Preise bieten. Da in der Analyse Credit Spreads aber nicht berücksichtig sind, ist es deshalb überraschend, dass selbst Emittenten mit schlechterer Bonität nicht besser abschnitten als die Deutsche Bank, die von den Marktteilnehmern als solide eingeschätzt wird.

Seit die Nervosität an den Märkten zurückgegangen ist, fallen aber auch die bei Bonuszertifikaten zu erwarteten Renditen für Anleger wieder geringer aus. Im aktuellen Untersuchungszeitraum, als die Krise die Finanzmärkte am stärksten durchrüttelte, waren die durchschnittlichen Renditechancen von Bonuszertifikaten sehr hoch.

Die Renditechancen wurden für den Fall berechnet, dass die Bonusbarriere des jeweiligen Zertifikats nicht touchiert wird. Beispielsweise lagen sie bei Papieren mit einem Risikopuffer – der Abstand vom aktuellen Kurs bis zur Bonusbarriere – von 20 Prozent etwa zehn Prozent über denen in den sechs Monaten zuvor. Selbst bei Papieren mit einem großen Risikopuffer von 40 Prozent wurde ein möglicher Jahresertrag zwischen 12,3 und 15,3 Prozent ermittelt.

Lediglich kurz laufende Bonuspapiere von weniger als einem Jahr wurden mit Renditen unter zehn Prozent gehandelt. Inzwischen hat sich die Nervosität an den Märkten wieder gelegt. Daher müssen Anleger, wenn sie auf Einkaufstour gehen, höhere Preise für Bonuszertifikate zahlen und sich so auch wieder mit geringeren Renditen zufrieden geben.