Börsen-Bericht

Leitindex beginnt dank guter Vorgaben im Plus

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Trotz enttäuschender Quartalszahlen sind die Aktien der Deutschen Bank gefragt. Hoher Ölpreis beunruhigt die Händler allerdings.

Nach freundlichen Vorgaben aus Asien und den USA haben sich die Anleger wieder den Unternehmens- und Wirtschaftsdaten zugewendet und Aktien gekauft. Der Dax kletterte in den ersten Minuten um 0,6 Prozent auf 7120 Punkte. Am Vortag hatte die Verunsicherung über die Lage in Ägypten die Stimmung belastet. Der Anstieg des Nordsee-Öls auf über 100 Dollar könnte die Erholung am Dienstag denn auch bremsen, warnten Händler.

Im Fokus stand zunächst aber die überraschende Vorlage eines unerwartet niedrigen Quartalsgewinns der Deutschen Bank. Nach einer ersten Enttäuschung, die den Kurs vorbörslich ins Minus drückte, stiegen viele Anleger bei der Deutschen Bank aber wieder ein. Der Aktienkurs stieg zur Eröffnung um bis zu 1,6 Prozent. Händler erklärten, die Bank habe offenbar alles negative in die Bilanz 2010 gepackt, um das laufende Jahr gut aussehen zu lassen. Händlern zufolge bekräftigten eine ganze Reihe von Analysten ihre Empfehlungen oder verwiesen auf detaillierte Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2010, die die Bank am Donnerstag veröffentlichen wird.

Infineon zogen nach der Anhebung der Prognose um zwei Prozent an. Im MDax verloren Aurubis knapp drei Prozent. Europas größter Kupferhütte hatte ein hohen Quartalsverlust ausgewiesen.

Die Asien-Börsen haben überwiegend positiv tendiert. Im Aufwind des höheren Ölpreises waren vor allem Energiewerte gefragt. Anleger fürchteten Versorgungsengpässe, sollte Aufruhr in der gesamten Region Öllieferungen durch den wichtigen Suez-Kanal gefährden.

Dem japanischen Aktienmarkt halfen gute Unternehmenszahlen wie vom Autohersteller Honda auf die Sprünge. Der Konzern erfreute die Anleger, indem er seine Gewinnprognose überraschend deutlich anhob. Honda-Papiere verteuerten sich um zwei Prozent.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,4 höher bei 10.274 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index stieg ebenfalls um 0,4 Prozent und ging bei 913 Punkten aus dem Handel. Auch die Börsen in Singapur, Taiwan, Korea, Hongkong und Shanghai lagen im Plus. Die Börse in Australien trat auf der Stelle, nachdem die Zentralbank die bisherigen Leitzinsen beibehielt.

Gefragt waren in Tokio Energieunternehmen wie der Öl- und Gasentwickler Inpex, der 2,3 Prozent zulegte. Der Raffineriekonzern JX Holdings schloss gut drei Prozent höher, das Handelshaus Mitsui & Co gewann mehr als ein Prozent.

Am Montag hatten die Unruhen in Ägypten die Börse auf den tiefsten Schlussstand seit einem Monat gedrückt. Die Anleger könnten sich jetzt auf die Bilanzen konzentrieren, sagte Masumi Yamamoto, Analyst bei Daiwa Securities Capital Markets. Begrenzt wurden die Gewinne aber durch Befürchtungen, dass die chinesische Zentralbank noch vor Beginn des chinesischen Neujahrsfestes am Mittwoch erneut an der Zinsschraube drehen könnte.