Versicherungsschutz

Bin ich im Ehrenamt versichert?

Ich engagiere mich seit langem ehrenamtlich im Sportverein. Jetzt möchte ich mehr Aufgaben übernehmen und mich zum Vorstand wählen lassen. Was sollte ich bei meinem Versicherungsschutz beachten? Hilde Schultz, München

Zunächst die gute Nachricht für alle, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren: Grundsätzlich übernimmt Ihre private Haftpflichtversicherung die Kosten, wenn Sie während Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit anderen einen Schaden zufügen. Zwei Ausnahmen gibt es allerdings. Wenn es sich bei der freiwilligen Tätigkeit um öffentliche oder per Gesetz definierte Ehrenämter handelt wie Gemeinderäte oder Betriebsräte. Oder wenn Sie eine leitende Funktion übernehmen.

In beiden Fällen benötigen Sie einen eigenständigen Versicherungsschutz. Nehmen Sie dabei Ihren Verein in die Pflicht: Denn jeder Verein sollte für seine ehrenamtlichen Mitglieder und Vorstände eine gesonderte Betriebs- oder Vereinshaftpflichtversicherung abschließen.

Darüber hinaus sollten Sie als Vorstand großen Wert auf eine Versicherung legen, die Kosten übernimmt, wenn Sie in verantwortungsvoller Position Ihre Pflichten verletzen. Sobald Sie als ehrenamtlicher Vorstand Vertragsfristen versäumen, aus Kostengründen wichtige Baumaßnahmen verschieben oder Sportgeräte nicht warten lassen, kann man Sie in Haftung nehmen. Kein Verein sollte sich gegenüber seinen Ehrenamtlichen aus der Verantwortung stehlen.

Wichtig ist für Sie auch eine private Unfallversicherung. Diese zahlt bei Invalidität, also bei einer dauerhaften körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung durch einen Unfall. Viele Vereine haben bereits eine private Gruppenunfallversicherung für ihre Ehrenamtlichen abgeschlossen.

Als gewählter oder beauftragter Ehrenamtsträger genießen Sie übrigens einen Sonderstatus: Sie können sich freiwillig in der gesetzlichen Unfallversicherung versichern lassen. Kleiner Tipp zum Schluss: Wenn Ihr Verein Mitglied im Landessportbund ist, profitieren Sie bereits von einem Versicherungsbasispaket. Fragen Sie dort nach.

Christian Lübke, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft