Kundenberatung

Aigner wirft Banken Gesetzesbruch vor

Verbraucherschutzministerin Aigner hat den Banken vorgeworfen, bei der Beratung von Kunden bewusst Gesetzesvorgaben zu umgehen.

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Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) ist unzufrieden mit den Beratungsprotokollen für Bankkunden. „Die Banken und die Finanzdienstleister haben anscheinend die Finanzkrise und den daraus entstandenen Vertrauensverlust vergessen“, sagte Aigner dem „Hamburger Abendblatt“. Vordrucke, die etwa „lediglich vorformulierte Textbausteine enthalten und keinen Platz für die tatsächlichen Bedürfnisse des Kunden zulassen, gehören aus dem Verkehr gezogen.“

Seit 1. Januar müssen Banken Beratungsgespräche über Geldanlagen protokollieren und das Protokoll dem Kunden geben. Damit soll eine falsche Beratung später besser nachzuweisen sein. „Oft sind nicht die Berater das Problem, sondern falsche Vorgaben aus den Chefetagen“, sagte die Ministerin. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) solle Vorgaben machen, die die Qualität der Protokolle verbessern.

Auch die Stiftung Warentest hat die Anlageberatung unter die Lupe genommen und will demnächst aktuelle Bewertungen vorstellen. Dazu gehört, ob die Niederschriften vorschriftsmäßig erstellt und den Kunden übergeben werden. Bei einem Vergleich von Beratungsgesprächen in 21 Banken und Sparkassen Ende vergangenen Jahres hatten die Tester keinen Sieger ermitteln können. Die meisten Institute erhielten die Note „ausreichend“. Eine „gute“ Beratung gab es demnach nirgends.