Zertifikate

Raus aus dem Dollar und rein in den Euro

Der Dollar schwächelt, der Euro legt zu: Mit Zertifikaten können Sie sich für eine mögliche Trendwende am Devisenmarkt rüsten.

"Der Euro lebt" - so bringt es Christian Apelt, Devisenexperte der Landesbank Hessen-Thüringen auf den Punkt. Über Monate hinweg stürzte der Kurs des Euro im Verhältnis zum Dollar von Tief zu Tief und viele sagten die Gemeinschaftswährung schon tot. Nun scheint es jedoch eine Trendwende zu geben. Und das bedeutet auch, dass Anleger sich darauf einstellen sollten.

Denn bislang war es recht einfach mit den Bewegungen am Devisenmarkt Geld zu verdienen: Man musste nur auf einen steigenden Dollar oder einen sinkenden Euro setzen. Das schien eine sichere Bank. Inzwischen haben aber die Profi-Spekulanten ihre Wetten auf einen weiter sinkenden Eurokurs bereits deutlich eingeschränkt. Die Stimmung hat gedreht.

Dazu trugen einerseits die wirtschaftlichen Daten bei, die zuletzt den Fokus wieder verstärkt auf die Probleme der USA lenkten. Doch neben diesen fundamentalen Gründen spricht auch die Charttechnik mittlerweile für ein Comeback des Euro, also die Betrachtung des Kursverlaufes auf den Charts, die für viele spekulative Anleger ein wichtiger Indikator ist. So hat die Gemeinschaftswährung durch den jüngsten Anstieg über die Marke von gut 1,24 Dollar eine so genannte "inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation" ausgebildet. Bei diesem Kursmuster handelt es sich um eine der bekanntesten Umkehrformationen der klassischen Chartlehre. Mit anderen Worten: Der Abwärtstrend ist aus technischer Sicht endgültig beendet und ein neuer Aufwärtstrend hat begonnen. Die "Mußler Briefe" gehen deshalb davon aus, dass der Euro zumindest den nächsten Widerstand bei 1,2760 Dollar ins Visier nehmen wird.

Für kurzfristig orientierte Anleger sollte sich damit eine gehebelte Spekulation auf weiter steigende Euro/Dollar-Notierungen als lohnenswert erweisen. Geeignet sind dafür vor allem die von den Banken unter verschiedenen Namen angebotenen Endlos-Knock-out-Scheine. Ein gerade neu aufgelegter Mini Long Future von Goldman Sachs etwa hebelt die Kursbewegungen des Währungspaares aktuell mit gut 20-facher Dynamik. Ein Euro-Anstieg von nur zwei Prozent führt bei dem Schein damit zu einem Kursplus von rund 40 Prozent.

Aufgrund dieser Hebelwirkung konnte sich der Wert des Papiers allein am Donnerstag innerhalb eines einzigen Tages verdoppeln. Doch Vorsicht ist angebracht: Der Hebel wirkt natürlich auch in die andere Richtung, so dass es bei einem Rückfall des Eurokurses zu empfindlichen Verlusten kommt. Und wenn die Knock-out-Marke bei derzeit 1,2080 Dollar verletzt wird, verfällt das Papier und es wird maximal ein geringer Restbetrag zurückgezahlt (WKN: GS27LA).

Zudem ist auch unter den Devisenexperten nach wie vor umstritten, ob es nun für den Euro tatsächlich schnurstracks wieder nach oben gehen wird. Viele rechnen zwar damit, dass der Abwärtstrend zu Ende gegangen ist, glauben aber, dass die enormen Schwankungen der vergangenen Monaten nun allmählich nachlassen und der Wechselkurs sich auf dem jetzigen Niveau stabilisiert. So geht man beispielsweise beim Vermögensverwalter Schroders zumindest bis zum Herbst nicht mehr von weiteren größeren Bewegungen bei dem Währungspaar Euro-Dollar aus.

Ähnlich sehen es auch die Experten der Investmentbank Credit Suisse, die für den Euro in den nächsten zwölf Monaten eine Kursspanne von 1,20 bis 1,29 Dollar in Aussicht stellen - das würde nur geringe Schwankungen bedeuten.

Interessant könnten für Anleger vor diesem Hintergrund Bonuszertifikate sein, die auch bei einer möglichen Seitwärtsbewegung des Euro attraktive Renditen ermöglichen. Ein solches Bonus-Cap-Zertifikat von Sal. Oppenheim garantiert auf Sicht von knapp einem Jahr die Auszahlung eines Bonusbetrags von 109,03 Euro und damit einen Gewinn von gut 13 Prozent, wenn der Euro bis zur Fälligkeit immer über der Barriere von 1,12 Dollar notiert. Ob der Euro gegenüber dem aktuellen Stand dann gestiegen oder gefallen ist, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die 1,12 Dollar-Marke nicht verletzt wird.

Ist diese Bedingung nicht erfüllt und die Barriere wird vor Ende der Laufzeit unterschritten, verfällt der Bonusanspruch und es kommt zu Verlusten. Die orientieren sich an dem Ausmaß des Euro-Rückgangs, fallen in diesem Fall aber überproportional hoch aus. Ein Euro-Kurs von 1,10 Dollar am Laufzeitende hätte zum Beispiel lediglich eine Rückzahlung von knapp 72 Euro bei dem Zertifikat und damit ein Minus von gut 25 Prozent für den Anleger zur Folge (WKN: SL1BRQ).

Fazit: Vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger: Die Rolle des Euro an den Märkten hat sich in den vergangenen Tagen spürbar gewandelt. Anleger richten ihren Fokus jetzt verstärkt auf die Probleme in den USA und trennen sich deshalb vom Dollar. Kurzfristig hat der Euro aus technischer Sicht Luft nach oben, auf Dauer scheint das Potenzial aber begrenzt. Mit Hebelprodukten und Zertifikaten können Anleger bei einem Eintreffen dieser Szenarien attraktive Renditen erzielen.