Zweifel am Rettungsnetz

Neue Ängste treiben Gold auf 5-Monats-Hoch

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Anleger flüchten in sichere Werte. Nur knapp hat der Goldpreis sein Allzeit-Hoch verfehlt und landete bei 1224,82 Dollar. Die Notierungen legten zu, nachdem am Markt Zweifel aufkamen, ob Griechenland seine Schulden in den Griff bekommt. Analysten rechnen mit einem kräftigen Anstieg des Goldpreises bis auf 1800 Dollar je Feinunze.

Die Euphorie über den Rettungsschirm für klamme Euro-Länder ist an den Märkten schnell verflogen: Anleger steuerten am Dienstag wieder sichere Häfen an und deckten sich mit Gold ein. Der Preis das Edelmetalls lag in Dollar und Euro jeweils in der Nähe von historischen Rekordhochs. Der Goldpreis hat am Dienstag bis zu 1,8 Prozent zugelegt und sich dem Rekordhoch von Anfang Dezember genährt. Am Nachmittag wurden für die Unze des gelben Edelmetalls am Kassamarkt zeitweise 1224,82 Dollar gezahlt. Am 3. Dezember war der Goldpreis auf 1227,50 Dollar geklettert.

„Gold bleibt die Absicherung gegen Krisen“, kommentierte die Fondsgesellschaft Lupus alpha. Zum Wochenauftakt hatte an den weltweiten Finanzmärkten noch Erleichterung regiert, dass die Europäische Union (EU) mit einem Hunderte von Milliarden Euro schweren Rettungsschirm die Gemeinschaftswährung verteidigen will. Daraufhin hatten Investoren am Montag Gold verkauft und in Industriemetalle und Öl investiert, die als riskanter gelten. Am Dienstag dreht der Trend, nachdem am Markt Zweifel aufkamen, ob Griechenland seine Schuldenprobleme in den Griff bekommt. „Heute Morgen kam die Desillusionierung zurück an die Märkte“, sagte ein Analyst.

Das Edelmetall dürfte im Jahresverlauf noch kräftig steigen. Fondsmanager Peter Sorrentino von Huntigton Asset Advisors rechnete damit, dass der Goldpreis in den kommenden drei Jahren auf 1800 Dollar je Feinunze steigt, meldete die Finanzagentur Bloomberg. Auch kurzfristig dürfte der Anstieg weitergehen. Analysten von JP Morgan erwarteten einen zügigen Preisanstieg auf durchschnittlich 1250 Dollar je Feinunze. Tobias Merath von der Credit Suisse ging für das dritte Quartal sogar von einem Anstieg auf 1250 bis1350 Dollar aus.

Im Gegensatz zum Gold stand der Ölpreis unter Druck. Das Fass US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,5 Prozent auf 75,65 Dollar. Nordseeöl der Sorte Brent wurde mit 79,22 Dollar 1,1 Prozent billiger je Fass gehandelt. Das für die Industriemetalle richtungweisende Kupfer verbilligte sich um knapp drei Prozent auf 6920 Dollar je Tonne.