Allzeithoch

Goldpreis steigt erstmals über 1000 Euro

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Zweifel an der Wirtschaftskraft der Euro-Länder und die Angst vor einer verschärften Talfahrt des Euro lässt den Goldpreis auf ein neues historisches Hoch steigen. Damit notiert erstmals eine Feinunze des Edelmetalls über 1000 Euro. Einzelne Goldhändler setzten in letzten fünf Tagen mehr um als sonst in einem Monat.

Investoren auf der Suche nach einem sicheren Hafen haben den Goldpreis zum Wochenausklang wieder auf Rekordwerte getrieben. Anleger aus der Eurozone zahlten erstmals mehr als 1000 Euro für die 31,1 Gramm schwere Feinunze.

Auch in US-Dollar, in Pfund Sterling und in Schweizer Franken berechnet stieg der Goldpreis auf Rekordniveaus. Auslöser waren Analysten zufolge Zweifel an der Wirtschaftskraft der Euroländer und die Talfahrt des Euro. „Die Sorge ist, dass die rigiden Sparmaßnahmen in den ohnehin finanziell klammen Staaten wie Griechenland, Spanien oder Portugal die Konjunktur dort ganz abwürgen“, sagte LBBW-Rohstoffstratege Frank Schallenberger: „Und wenn in so einer Situation der Chef der größten deutschen Bank anzweifelt, dass Griechenland seine Schulden zurückzahlen kann, dann ist das kontraproduktiv.“ Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte am Vorabend Zweifel geäußert, dass der Mittelmeeranrainer die notwendige Leistungskraft aufbringen kann.

Für die Feinunze des Edelmetalls wurden in der Spitze 1006,76 Euro gezahlt. Zu Jahresbeginn war Gold noch ein Drittel günstiger zu haben. Die Rallye der vergangenen Monate war auch wesentlich über die Entwicklung der Währung beeinflusst. „In den vergangenen sechs Monaten kamen fast 20 Prozent des Preisanstiegs über die Währungsseite“, rechnete Schallenberger vor.

Der Euro kostet inzwischen weniger als 1,25 Dollar, vor einem halben Jahr waren es rund 1,45 Dollar. Der in der US-Währung berechnete Spotpreis knackte das erst vor zwei Tagen markierte Hoch und stieg bis auf 1248,95 Dollar. Die Zweifel der Anleger an der europäischen Konjunkturdynamik waren auch an den fallenden Aktienmärkten spürbar.

Die Devise sei „raus aus Aktien, rein ins Gold“, berichtete ein Händler. Von einzelnen Goldhändlern war zu hören, dass sie zuletzt in fünf Tagen so viel Umsatz gemacht haben wie sonst in einem ganzen Monat.

Die Nachfrage werde wohl erst wieder zurückgehen, wenn die griechische Schuldenproblematik vom Tisch sei, sagte Analystin Anne-Laure Tremblay von BNP Paribas. „Trotzdem, wann immer neue Haushaltssorgen über Griechenland oder andere Euroländer hoch kochen, wird Gold als Absicherung wieder gefragt sein.“