Verkehr

Deutsche Bahn: Neues Sonderangebot – Sparen in 1. Klasse

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Wolfgang Mulke
Bahn-Tickets im Fernverkehr werden um 4,9 Prozent teurer

Bahn-Tickets im Fernverkehr werden um 4,9 Prozent teurer

Die Deutsche Bahn erhöht zum Fahrplanwechsel im Dezember die Preise im Fernverkehr um durchschnittlich 4,9 Prozent. Der Konzern begründete den Schritt mit der hohen Inflation.

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Viele Geschäftsreisende fahren lieber Bahn statt im Dienstwagen. Warum sich dies jetzt mit der neuen Klima-Bahncard besonders lohnt.

Berlin. Unternehmen schicken ihre Beschäftigten allmählich wieder auf Geschäftsreisen. Nachdem die Fahrten zu Kunden oder Partnern während der Pandemie weitgehend eingestellt wurden, finden sie jetzt wieder statt. „Bis Ende des Jahres werden wir wieder 90 Prozent des Vor-Corona-Niveaus liegen“, hofft die Marketing-Vorständin des Fernverkehrs der Deutschen Bahn, Stefanie Berk.

Mit einem neuen Sonderangebot will das Unternehmen nun verstärkt Pendler und Geschäftsreisende in die Züge locken. Bis zum 10. Dezember bietet die Bahn die Klima-Bahncard für Betriebe an. Arbeitgeber können sie für ihre Beschäftigten erwerben. Es gibt sie zum Preis für 49,90 Euro nur für die erste Klasse.

Mit diesem Betrag bleibt die Bahn unterhalb der Schwelle von 50 Euro, ab der Zuwendungen als Geldwerte Vorteile versteuert werden müssen. Mit der Karte können sowohl Geschäftsreisen als auch private Fahrten abgewickelt werden. Sie gilt auch in der zweiten Klasse.

Deutsche Bahn: Klima-Bahncard gilt auch fürs Fahrrad

Eine weitere Variante sind Mehrfahrtentickets. Betriebe können ihren Beschäftigen ein beliebig hohes oder auch geringes Mobilitätsbudget einräumen. Über eine App rechnet die Bahn deren Fahrten dann unabhängig vom Verkehrsmittel mit dem Arbeitgeber ab. Die Taxifahrt zum Bahnhof wird ebenso vom Budget abgezogen wie das Mietfahrrad am Ziel. „Bonvoyo“ heißt der Dienst.

Unternehmen Deutsche Bahn AG
Gründung 1. Januar 1994
Gründungsstadt Berlin
Eigentümer Bundesrepublik Deutschland

„Immer mehr Unternehmen wollen es ihren Mitarbeitern ermöglichen, klimafreundlich und zugleich kostengünstig zu reisen“, beobachtet Berk. Corona und die aktuelle Energieriese haben in der Wirtschaft ein Umdenken bewirkt. Ein Teil der Geschäftsreisen entfällt, weil sie durch virtuelle Treffen ersetzt werden können. Der Kostendruck wiederum verstärkt die Sparmaßnahmen in den Betrieben.

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Die Aufwendungen für Geschäftsreisen gehen nach einer Analyse des Verbands Deutsches Reisemanagement um bis zu 30 Prozent zurück. Die verbleibenden Geschäftsreisen werden zunehmend so organisiert, dass mit einer Reise gleich mehrere Termine absolviert werden. Dadurch ist ist durchschnittliche Reisezeit von 1,7 Tagen auf 2,3 Tage angewachsen.

Bahn: Unternehmen achten auf klimafreundliches Fahren

Außerdem achten die Unternehmen verstärkt auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Dieser Aspekt findet sich inzwischen in vier von fünf Reiserichtlinien. Von den Geschäftsreisenden erhofft sich die Deutsche Bahn lukrative Geschäfte. Denn jede zweite Dienstfahrt wird in der ersten Klasse gebucht. Außerdem kaufen 70 Prozent dieser Fahrgäste eher Tickets zum teuren Flextarif, um vor Ort zeitlich unabhängig zu sein.

Rund 35.000 Unternehmen betreut die Bahn derzeit. Im Vergleich zum Flugzeug hat der Verkehr auf der Schiene im Inland auch deutliche Vorteile. Die Zeit im Zug kann überwiegend als Arbeitszeit genutzt werden. Beim Flug geht der größte Teil der Reisezeit für die Anfahrt zum Airport und die Abfertigung drauf. So sind die Geschäftsreisenden vor allem auf den schnellen Verbindungen unterwegs, vor allem zwischen Berlin und Hamburg oder München.

Auch die leidigen Wartezeiten am Bahnhof werden für die Geschäftskunden aufgerüstet. Für rund 30 Millionen Euro baut die Bahn die DB Lounges an den Stationen der großen Städte um.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.