Geld

Inflation sinkt im Juni überraschend auf 7,6 Prozent

| Lesedauer: 2 Minuten
Scholz warnt vor "dauerhafter Inflationsspirale"

Scholz warnt vor "dauerhafter Inflationsspirale"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will sich mit Vertretern von Gewerkschaften und Wirtschaft am 4. Juli im Kanzleramt treffen, um über Maßnahmen gegen die hohe Inflation zu sprechen. Wichtig sei, dass "die externen Schocks" wie der Ukraine-Krieg und Lieferkettenprobleme "zu keiner dauerhaften Inflationsspirale führen", sagte Scholz bei einer BDI-Tagung.

Beschreibung anzeigen

Der Preisanstieg in Deutschland hat sich im Juni verlangsamt. Das Statistische Bundesamt meldete eine Inflationsrate von 7,6 Prozent.

Berlin. Der Anstieg der Inflationsrate in Deutschland hat sich im Juni etwas abgeschwächt. Nach einer ersten Schätzung des Statischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise in diesem Monat um 7,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das teilte die Wiesbadener Behörde am Mittwoch mit. Im Mai war die Jahresteuerungsrate getrieben vor allem von kräftigen Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel auf 7,9 Prozent gestiegen – und erreichte damit den höchsten Stand seit fast 50 Jahren.

Besonders deutlich verteuerten sich auch im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat den vorläufigen Daten zufolge Energie (plus 38,0 Prozent) und Nahrungsmittel (plus 12,7 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat Mai waren Fahrkarten für den Nahverkehr sowie teilweise auch Kraftstoffe nach Angaben der Statistikämter einzelner Bundesländer aber günstiger. Wie sich das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt genau ausgewirkt haben, lässt sich nach Angaben des Bundesamtes mit den vorläufigen Ergebnissen noch nicht darstellen.

Von Mai auf Juni dieses Jahres stiegen die Verbraucherpreise den vorläufigen Zahlen zufolge insgesamt um 0,1 Prozent.

Bundesregierung berät über Umgang mit Inflation

Die Bundesregierung versucht, die Menschen unter anderem durch einen befristeten Tankrabatt und ein 9-Euro-Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu entlasten. Am 4. Juli will Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in einer sogenannten Konzertierten Aktion zusammen mit Spitzenvertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber darüber beraten, wie die Preisentwicklung in den Griff zu bekommen ist.

Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern gab es ähnlich hohe Werte im Winter 1973/1974. Damals waren die Mineralölpreise infolge der ersten Ölkrise stark gestiegen. Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil diese sich für einen Euro dann weniger leisten können.

(csr/dpa)