Tarifkonflikt

Bahnstreik: Deutsche Bahn macht GDL ein neues Tarifangebot

| Lesedauer: 2 Minuten
GDL-Streiks: Fahrgäste haben kein Verständnis mehr

GDL-Streiks: Fahrgäste haben kein Verständnis mehr

Der Streik der Lokführer geht in eine neue Runde - trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn. Der Unmut der Fahrgäste wächst.

Beschreibung anzeigen

Mit einem neuen Angebot will die Deutsche Bahn der Lokführergewerkschaft GDL entgegenkommen. Diese hatte mit weiteren Streiks gedroht.

Berlin. Die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn sind zunächst vorbei, der Tarifkonflikt jedoch lange nicht gelöst. Jetzt will die Deutsche Bahn mit einem neuen Angebot weitere Streiks verhindern.

Das neue Angebot enthalte nun eine "Entgeltkomponente", wie die Bahn am Samstag mitteilte. "Der Konzern erklärt sich außerdem bereit, den Anwendungsbereich der GDL-Tarifregelungen in den heutigen GDL-Mehrheitsbetrieben zu überprüfen."Personalvorstand Martin Seiler sagte, es lägen tragfähige Lösungen auf dem Tisch. "Ein Tarifabschluss mit der GDL ist überfällig."

Bahnstreiks: Arbeitgeber sehen Reformbedarf

Auch die Arbeitgeber sehen nach den Streiks gesetzlichen Reformbedarf. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Streik habe mit der Umsetzung von Lohnforderungen nicht mehr viel zu tun gehabt. Das sei offensichtlich. "Die GDL ringt um die Vorreiterstellung in einem großen Unternehmen und legt dafür das ganze Land lahm. Das zeigt für mich, dass hier Bedarf für den Gesetzgeber besteht."

Dulger sagte weiter: "Gerade im Bereich der Infrastruktur sollte der Staat sensibler darüber nachdenken, wie man Abkühlungsphasen organisieren kann. Denn hier ist der Schaden, den ein Streik anrichtet, besonders groß und nimmt besonders viele Unbeteiligte in Geiselhaft. Natürlich akzeptiere ich, dass es zu Arbeitskämpfen kommen kann, aber Arbeitskampf ohne Regeln passt nicht in die Soziale Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts."

GDL droht mit weiteren Bahnstreiks

Die GDL hatte gedroht, von Montag (13. September) an den nächsten Streik vorzubereiten, sollte die Bahn bis dahin kein "verhandlungsfähiges Angebot" vorlegen. Sie und der Konzern haben sich trotz monatelanger Tarifauseinandersetzung nicht auf einen Abschluss verständigen können. Hintergrund: Bahnstreik: Was passiert mit den Tickets? Ihre Rechte

Die Gewerkschaft fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und bietet eine Laufzeit von 36 Monaten an. Zudem stimmte sie der Corona-Prämie zu.

(dpa/msb)