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Overture: United Airlines bestellt Concorde-Nachfolger

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United Airlines bestellt zahlreiche Überschall-Flugzeuge

United Airlines bestellt zahlreiche Überschall-Flugzeuge

United Airlines setzt auf Reisen mit Überschallgeschwindigkeit: Die US-Fluggesellschaft hat 15 Maschinen eines Passagierflugzeugs des Herstellers Boom Supersonic bestellt, das sich noch in der Entwicklung befindet.

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Mehr als 20 Jahre nach dem Aus der Concorde soll wieder ein Passagier-Flugzeug mit Überschall abheben. Diesmal sogar klimafreundlich.

Chicago. In weniger als vier Stunden von Paris nach New York. Das ist keine Zukunftsmusik, denn das legendäre Überschallflugzeug Concorde schaffte das mit Leichtigkeit. Doch die Concorde fliegt seit 2003 nicht mehr. Dafür soll aber bald ein neuer Überschall-Jet die Passagiere in Rekordzeit über den Atlantik transportieren.

Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat 15 Überschall-Passagierflugzeuge des Herstellers Boom Supersonic geordert. Zudem gibt es eine Option über 35 weitere Maschinen des Typs Overture, teilte das Unternehmen mit. Die Overture befindet sich zwar noch in der Entwicklung, aber schon jetzt sind die äußerlichen Ähnlichkeiten zur Concorde unübersehbar.

Überschallflieger Overture: Doppelt so schnell wie schnellste Linienmaschine

Die Overture soll 2026 das erste Mal mit einer Höchstgeschwindigkeit von 1,7 Mach fliegen. Mit dieser Geschwindigkeit wäre sie doppelt so schnell, wie die derzeit schnellsten Linienmaschinen. Ab 2029 sollen dann auch Passagiere mit der Overture transportiert werden. Platz soll sie für 65 bis 88 Fluggäste bieten.

Sie könnte laut United das neben New York liegende Newark in dreieinhalb Stunden mit London und in vier Stunden mit Frankfurt am Main verbinden. Der Flug von San Francisco an der US-Westküste in die japanische Hauptstadt Tokio soll sechs Stunden dauern.

Klimaschutz: Überschall-Flugzeug Overture soll CO2-neutral unterwegs sein

Die Fluggesellschaft und der Hersteller haben keinen Preis für die Überschall-Flugzeuge genannt. Voraussetzung für einen Kauf der Maschinen ist, dass die Anforderungen von United bezüglich Sicherheit, Betrieb und Nachhaltigkeit erfüllt werden, wie die Fluggesellschaft erklärte. Die Overture soll mit 100 Prozent nachhaltigem Treibstoff fliegen.

"United setzt seinen Kurs fort, eine innovativere und nachhaltigere Fluggesellschaft aufzubauen", erklärte United-Chef Scott Kirby. Die heutigen Technologie-Fortschritte würden es möglich machen, dass Überschall-Flugzeuge dazu keinen Widerspruch bilden.

United Airlines ist laut Unternehmsangaben nicht der einzige Kunde des erst 2014 gegründeten Boom Supersonic. Bislang würde es insgesamt 70 Bestellungen für Overture-Maschinen geben. Mit der United-Bestellung liege jetzt erstmals eine Bestellung für CO2-neutrale Überschall-Flugzeuge vor, erklärte Boom-Supersonic-Chef Blake Scholl. "United und Boom teilen ein gemeinsames Ziel: die Welt sicher und nachhaltig zu verbinden."

Absturz der Concorde leitete das vorläufige Ende der Überschall-Flugzeuge ein

Die Concorde war zu ihrer Zeit sogar mit doppelter Schallgeschwindigkeit, also Mach Zwei, unterwegs. Doch schon während ihrer Betriebszeit galt sie wegen des hohen Treibstoffverbrauchs als unrentabel. Am 25. Juli 2000 kam es in Paris zudem zu einem Absturz einer Concorde, bei dem alle 113 Insassen starben. Das Unglück gilt als einer der schlimmsten Unfälle der Luftfahrtgeschichte. Nach dem endgültigen Ende der Concorde 2003 waren keine Überschall-Flugzeuge mehr im Einsatz.

Die Sowjetunion hatte in den 1960er Jahren mit der Tupolew Tu-144 ebenfalls ein Überschall-Passagierflugzeug entwickelt, das aber nur für kurze Zeit als Linienmaschine im Einsatz war.

(afp/jas)