Lebensmittel

Verbraucher wünschen sich Klimaschutzlabel auf Lebensmitteln

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Beate Kranz
Mandel-, Hafermilch & Co: Die Top 5 Milchalternativen

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Klimaschutz ist für die meisten Menschen die größte Herausforderung. Aber möchten sie deshalb auch gleich ihr Essverhalten umstellen?

Berlin. Fleisch, Fisch, Tofu oder Gemüse? Viele Deutsche sind unsicher, wie eine klimafreundliche Ernährung aussieht. Drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger wünscht sich deshalb auf Lebensmitteln ein Klimalabel, das ihnen eine schnelle Orientierung ermögliche. Dies hat eine repräsentative Allensbach-Umfrage unter 2511 Menschen im Auftrag von Nestlé ergeben.

Generell ist der Klimaschutz für 68 Prozent der Menschen die wichtigste globale Herausforderung, noch vor der Bekämpfung von Krankheiten und Epidemien sowie Umweltverschmutzung (je 65 Prozent). Doch der wesentliche Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Ernährung – zum Beispiel beim Fleischkonsum - ist den meisten unbekannt. 56 Prozent wären aber bereit, ihre Ernährung für den Klimaschutz umzustellen.

Klimalabel: Mehrheit würde für klimafreundliche Produkte mehr bezahlen

Etwa drei Viertel der Befragten würden laut Umfrage für klimafreundliche Produkte mehr bezahlen, 17 Prozent von ihnen sogar deutlich mehr. Bei Fleisch würde jeder Zweite eine starke Preiserhöhung aus Klimaschutzgründen akzeptieren, 31 Prozent jedoch nicht. Mit teureren Milchprodukten wären 44 Prozent einverstanden.

Eine Ernährungsumstellung fiele jedoch vielen schwer: Weniger Fleisch und Käse zu verzehren, kommt für 47 Prozent der Bürger nicht in Frage, weiteren 16 Prozent würde dies sehr schwer fallen. Etwa die Hälfte hat schon mal vegetarische und vegane Ersatzprodukte für Fleisch probiert. 12 Prozent hat dies jedoch nicht geschmeckt. Die Offenheit für vegetarische Produkte ist bei jüngeren Höhergebildeten zwischen 14 und 29 Jahren am größten.

Klimaschutz: Nachhaltigkeit wird immer wichtiger

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger – gerade bei der Ernährung. Das Thema ist in der Breite der Bevölkerung angekommen“, sagt Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach. Dennoch: „Obwohl die Bevölkerung dem Thema große Bedeutung beimisst, sind viele doch etwas ratlos, was genau klimafreundliche Ernährung im Alltag bedeute.“ Der Wunsch nach Orientierung sei groß.

„Der Klimawandel erfordert ein sofortiges Umdenken und Handeln“, sagt Marc Boersch, Vorstandsvorsitzender von Nestlé Deutschland. Ziel des Konzerns sei es, eine klimabewusste Ernährung für Verbraucher „einfach und erkennbar“ zu machen. Wichtig dabei sei eine europäische Lösung – „ein einheitliches Vorgehen mit klarer Methodik, um den Menschen eine vergleichbare Kennzeichnung mit echtem Mehrwert zu bieten“, so Boersch.

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Klimawandel ist für viele Deutsche die größte Herausforderung

Eine deutliche Mehrheit der Befragten (82 Prozent) fordert in der Umfrage schnelle und umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels. 71 Prozent wären dazu auch zu drastischen Konsequenzen bereit. Denn vier von fünf Befragten befürchten, dass der Klimawandel auch für Deutschland katastrophale Auswirkungen haben wird.

Die meisten Bürger (90 Prozent) sind überzeugt, dass es beim Kampf gegen den Klimawandel auf das Verhalten jedes Einzelnen ankommt. Am stärksten sehen die Befragten dabei die Industrie (68 Prozent) in der Pflicht, gefolgt von den Verbrauchern (52 Prozent), der Politik (50 Prozent) und dem Handel (47 Prozent).