Lebensmittelmarkt

Schließungswelle: Diese zehn Real-Märkte machen dicht

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Kaufland hat Interesse an rund 100 Filialen der Supermarktkette Real bekundet.

Kaufland hat Interesse an rund 100 Filialen der Supermarktkette Real bekundet.

Foto: Oliver Berg / dpa

Real wurde 2020 verkauft - seither machen immer mehr Filialen der SB-Warenhauskette dicht. Diese zehn Standorte sind nun betroffen.

Düsseldorf. Die SB-Warenhauskette Real wurde im vergangenen Jahr verkauft. Seit dem Vertragsabschluss im Juni 2020 schließen immer mehr Filialen. Nun wurde die Schließung von zehn weiteren Märkten angekündigt. Dabei handelt es sich um die dritte Schließungswelle seit dem Verkauf.

Ein Unternehmenssprecher erklärte am Donnerstag, dass die nun getroffene Entscheidung folgende Real-Märkte betrifft:

  • Bayreuth
  • Bremen-Vahr
  • Espelkamp
  • Essen (Porscheplatz)
  • Hameln
  • Monschau
  • Oldenburg-Kreyenbrück
  • Trier
  • Wetzlar
  • Wiesbaden (Mainzer Straße)

Insgesamt sollen 28 Standorte geschlossen werden. Laut Real gebe es in den meisten Fällen keine wirtschaftliche Perspektive mehr für die betroffenen Märkte - Interessenten für eine Übernahme hätten sich nicht gefunden.

Real verschwindet: Diese Supermärkte ersetzten die Filialen

An den Türen von zahlreichen Real-Märkten sind bereits die zukünftigen Geschäfte ausgeschildert. Bei den Erwerbern handelt es sich um die Eigentümer von Edeka, Kaufland und Globus. Sie dürfen allerdings nicht nur die einstigen Läden des Düsseldorfer Metro-Konzerns übernehmen: Dank eines Protests der Gewerkschaft Verdi müssen die neuen Inhaber auch die Real-Beschäftigten übernehmen - zumindest für ein Jahr. Die einst 256 Märkte wurden von rund 34.000 Real-Mitarbeitern betreut.

Dabei darf Kaufland die Hallen von 92 Real-Filialen übernehmen. Da sich die Konzepte und Sortimente von Kaufland und Real ähneln, verliefe die Übernahme laut Orhan Akman, Fachgruppenleiter Einzelhandel im Verdi-Bundesvorstand, in diesem Fall am unproblematischsten.

Edeka: Kartellamt warnt vor wettbewerbsrechtlichen Motiven

Was den Erwerber Edeka betrifft, treffe das nicht ganz zu: Statt 72 gewünschten Filialen darf die Hamburger Genossenschaft nur 51 übernehmen. Grund dafür seien wettbewerbsrechtliche Motive. So muss Edeka an bundesweit sechs Standorten sogar Flächen untervermieten. Was mit den Flächen geschehen soll, ist Akman noch nicht bekannt. Dem saarländischen SB-Warenhausbetreiber Globus wurde gestattet, rund 24 Real-Märkte zu übernehmen.

Russischer Finanzinvestor SCP muss bis Sommer 2022 50 Standorte betreiben

SCP, der russische Finanzinvestor, der den Vertrag mit Metro-Chef Olaf Koch abgeschlossen hat, ist laut Dokument dazu verpflichtet, bis zum Sommer des nächsten Jahres noch 50 Standorte selbst zu betreiben. Da das nicht realistisch sei, soll laut SCP-Kreisen ein neuer Verkaufsprozess eingeleitet werden.(day)