Autonomes Fahren

Tödlicher Tesla-Unfall: Offenbar saß niemand am Steuer

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Videografik: So funktioniert ein Elektroauto

Videografik- So funktioniert ein Elektroauto

Der US-Autobauer Tesla will Elektroautos deutlich erschwinglicher machen - dank einer massiven Kostensenkung bei den Batterien. Elektroautos haben einen strombetriebenen Motor und verbrennen im Betrieb kein Benzin oder Diesel. Die meisten Fahrzeuge nutzen eine Lithium-Ionen-Batterie, um Energie zu speichern.

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In den USA sind bei einem tödlichen Unfall mit einem E-Auto der Marke Tesla zwei Menschen gestorben. Offenbar saß niemand am Steuer.

Houston/Berlin. In den USA ist es zu einem tödlichen Unfall mit einem Elektro-Auto der Marke Tesla gekommen. Brisant: Offenbar saß bei dem Crash niemand auf dem Fahrersitz des Model S. „Unsere vorläufige Untersuchung hat ergeben, dass niemand am Steuer dieses Fahrzeugs saß“, zitiert das „Wall Street Journal“ einen Polizeisprecher des Verwaltungsbezirks Harris County in der texanischen Metropole Houston. Man sei sich zu „fast 99,9 Prozent“ sicher, dass der Fahrersitz leer gewesen sei.

Den Informationen des „Wall Street Journals“ sowie einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ zufolge soll der Tesla Model S in einer Kurve mit hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum gekracht sein. Das Fahrzeug fing Feuer, die beiden Insassen – einer auf dem Beifahrersitz und einer auf der Rückbank – seien eingeschlossen gewesen, hieß es weiter. Jede Hilfe kam demnach für sie zu spät.

Tödlicher Tesla-Unfall: Neue Sicherheitsdebatte könnte folgen

Tesla treibt die Entwicklung des autonomen Fahrens seit Jahren voran. Allerdings musste Tesla-Chef Elon Musk seine bisherigen Aussagen immer wieder revidieren. 2015 kündigte er an, dass bereits zwei Jahre später das autonome Fahren Alltag sein werde. Nachdem daraus 2017 nichts wurde, verschob er das Zieldatum um weitere zwei Jahre – und verfehlte es wieder.

Und doch hat sich in dieser Zeit durchaus etwas in der Softwareschmiede des E-Auto-Pioniers getan. Die Fahrzeuge verfügen über Autopilot-Systeme. Allerdings weist Tesla ausdrücklich darauf hin, dass sich auch bei der Nutzung dieser Funktion jederzeit ein Mensch auf dem Fahrersitz befinden und die Hände am Steuer halten muss. Trotzdem kursieren im Netz immer wieder Videos, in denen Tesla-Fahrer den Fahrersitz verlassen. Der tödliche Unfall könnte nun zu einer neuen Sicherheitsdebatte führen. 2018 wurde bereits die Debatte laut, als damals ein autonom fahrendes Uber-Fahrzeug eine Radfahrerin überrollte und tödlich verletzte.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in den Tesla-Fahrzeugen

Denn es ist nicht der erste Unfall mit einem Tesla, der im Autopilot-Modus unterwegs ist. Erst vor einem Monat krachte ein Tesla unter einen Sattelschlepper, die beiden Insassen wurden schwer verletzt. Andere Wagen fuhren auf Hindernisse oder andere Autos auf. Ein Fall, bei dem der Fahrersitz leer blieb, gab es aber noch nicht.

Denn eigentlich hat Tesla die eigenen Sicherheitsvorkehrungen bereits vor einigen Jahren verschärft. Hat der Fahrer die Hände nicht am Steuer, gibt das Fahrzeug Warntöne ab, anschließend schaltet sich das System ab.

100.000 Liter Wasser zum Löschen

Vieles ist bei dem tödlichen Unfall noch unklar. Anhand der Fahrzeugdaten dürfte Tesla aber wohl auswerten können, ob und wie lange sich Hände am Steuer des womöglich führerlosen Fahrzeugs befanden.

Der Lokalsender KPRC 2 berichtete, der Tesla in Texas sei nur wenige hundert Meter entfernt von dem Haus, von dem aus die beiden Männer losfuhren, gegen den Baum geprallt und anschließend in Flammen aufgegangen sei.

Elektroautos sind hochproblematisch, wenn sie in Brand geraten, da sich die Batterien immer wieder neu entzünden. Einem Lokalsender zufolge musste die Feuerwehr mehr als 100.000 Liter Wasser auf den brennenden Tesla spritzen, um ihn zu löschen. (dpa/tki)