Urlaub

Reisewarnung fällt – welche Reisen sind zu Ostern möglich?

| Lesedauer: 5 Minuten
Alexander Klay
Corona: Mallorca Urlaub an Ostern möglich

Corona- Mallorca Urlaub an Ostern möglich

Reisen in der Corona-Pandemie ist schwierig. Mallorca überrascht jetzt mit niedrigen Infektionszahlen. An Ostern soll dem Mallorca-Urlaub nichts mehr im Wege stehen.

Beschreibung anzeigen

Die Reisewarnung für Mallorca und andere Urlaubsziele ist gestrichen. Wo ist Urlaub zu Ostern trotz der Corona-Pandemie möglich?

Berlin. Zwei Wochen vor Beginn der Osterferien ist völlig unklar, ob bis dahin wieder Urlaub in Deutschland möglich ist. Anders die Perspektive für Auslandsreisen: Mallorca, das beliebteste Ziel der Deutschen, ist ab diesem Sonntag kein Corona-Risikogebiet mehr.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat für die Balearischen Inseln und weitere Ziele grünes Licht gegeben. Die Rückreise ist wegen des geringen Infektionsgeschehens nun wieder ohne Testpflicht und Quarantäne möglich. Was Reisende jetzt wissen müssen:

Warum sind jetzt wieder Auslandsreisen möglich?

Das liegt am geringen Infektionsgeschehen in den Urlaubsregionen. Auf den Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera gibt es nur noch 21 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. In Deutschland sind es 72. Eine Region gilt als Risikogebiet, wenn die Inzidenz über 50 liegt.

In welche Gebiete sind Reisen möglich?

Neben den Balearischen Inseln gelten auch die spanischen Küstenregionen Valencianische Gemeinschaft und Murcia sowie Extremadura, La Rioja und Kastilien-La Mancha im Landesinneren nicht mehr als Risikogebiete. Mit dieser veränderten Einstufung entfällt die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Eine deutliche Änderung gibt es auch für Portugal – das Land galt als Virusvariantengebiet mit besonders strengen Regeln und einem Beförderungsverbot für Fluggesellschaften. Ab Sonntag fallen die Beschränkungen: Für den Norden mit den Regionen Norte und Centro sowie Porto gibt es keine Auflagen mehr.

Die Algarve im Süden, die Insel Madeira sowie die Hauptstadt Lissabon gelten jetzt nur noch als „normale“ Risikogebiete. Hier gilt bei der Rückkehr in den meisten Bundesländern eine zehntägige Quarantäne, eine Ausnahme bildet Nordrhein-Westfalen.

Nordjylland im Norden Dänemarks und die Bahamas in der Karibik sind ab diesem Sonntag ebenfalls kein Corona-Risikogebiet mehr. Die Halbinsel Istrien an der kroatischen Adria war bereits vergangene Woche freigegeben worden.

Für welche Regionen wurden die Regeln verschärft?

Neu als Hochrisikogebiete gelten dagegen die Republik Moldau und das ostafrikanische Tansania mit der bei Touristen beliebten Inselgruppe Sansibar. Rückreisende unterliegen jetzt der Testpflicht und anschließender Quarantäne. Als „normales“ Risikogebiet gelten nun die französische Insel Guadeloupe und eine Region in Finnland.

Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Europas größter Reiseveranstalter TUI hat die Lockerung begrüßt. „Wir freuen uns, dass wir wieder Reisen zum beliebtesten Urlaubsziel der Deutschen anbieten können“, sagte Deutschlandchef Marek Andryszak unserer Redaktion. Bislang sei die Nachfrage zurückhaltend gewesen.

„Mit der gefallenen Reisewarnung entfällt jetzt der größte Unsicherheitsfaktor“, sagte er. TUI will den Saisonstart auf den 21. März vorziehen und zusätzliche Flüge einplanen. Ab dem 27. März sollen bis zu acht Hotels zur Verfügung stehen, danach täglich mehr.

Auch Lufthansa erhöht die Zahl der Verbindungen massiv – nach Mallorca sollen zu Ostern bis zu fünfmal mehr Flieger starten als derzeit. Die Lufthansa-Tochter Eurowings plant 325 wöchentliche Verbindungen ab 24 Flughäfen nach Palma de Mallorca. Airline-Chef Jens Bischof wertete die Aussicht auf Osterurlaub auf Mallorca als „Signal, das die ganze Branche gebraucht hat“.

Was erwartet Reisende auf Mallorca?

Bei der Einreise ist in Spanien weiter ein negativer PCR-Test vorzulegen. Dies biete auch den Reisenden Sicherheit, betonte TUI-Manager Andryszak. Die Insel werde Stück für Stück zur Normalität zurückkehren. Restaurants etwa müssen aktuell noch früher am Abend schließen.

Andryszak legt Urlaubern verantwortungsvolles Verhalten nahe. „Wir empfehlen unseren Gästen, sich auf Mallorca ruhig zu verhalten und die neu gewonnenen Freiheiten zu respektieren. Damit sorgen sie dafür, dass die Freiheiten bestehen bleiben“, sagte er: „Von Feiern und größeren Menschenansammlungen sollten sie sich fernhalten.“

Wie sind die Preise?

„Für Kunden ist die Situation aktuell sehr gut“, sagt Andryszak. „Wir haben sehr hohe Verfügbarkeiten. Auch für hervorragende Produkte, die in normalen Zeiten längst ausgebucht wären.“ Die Preise seien wegen der bislang geringen Nachfrage niedrig.

Welche Reiseziele folgen als nächste?

Reiseanbieter wollen ab Mitte April weitere Ziele ansteuern – genannt werden etwa Portugal und Griechenland. „Im Blick haben wir zum Beispiel die Inseln Kreta, Rhodos und Kos“, sagte TUI-Deutschlandchef Marek Andryszak unserer Redaktion. „Am Herzen liegen uns auch die Kanaren, wo das Infektionsgeschehen weiter in Richtung der 50-er-Inzidenz sinkt. Da hoffen wir sehr bald auf eine Aufhebung der Reisewarnung“, sagte er.

Was ist mit Urlaub in Deutschland?

Ob Osterurlaub auch in Deutschland möglich sein wird, ist unklar. Aktuell sind die Hotels und andere Unterkünfte für Privatreisende geschlossen. Über mögliche Öffnungen wollen Bund und Länder bei ihrer nächsten Corona-Konferenz am 22. März beraten.

Bei ihrer jüngsten Sitzung am 3. März hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder noch „eindringlich“ appelliert, „auf nicht zwingend nötige Reisen im Inland und auch ins Ausland“ zu verzichten.