Dispokredit

Umfrage: Konten von Millionen Deutschen sind im Minus

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Ein Minus auf dem Kontoauszug – das betrifft zum Jahresbeginn offenbar Millionen Deutsche.

Ein Minus auf dem Kontoauszug – das betrifft zum Jahresbeginn offenbar Millionen Deutsche.

Foto: richterfoto / imago/Panthermedia

Zum Jahresbeginn werden zig Abrechnungen fällig. Viele Girokonten-Kunden rutschen teils unbemerkt ins Minus. Das kann teuer werden.

Berlin. Der Blick auf den Kontoauszug dürfte den ein oder anderem im Januar einen Schrecken versetzt haben. Versicherungen, Vereinsbeiträge oder Jahres-Abrechnungen, etwa für die Fitnessstudio-Mitgliedschaft werden meist im Januar fällig, wenn das Konto nach der Weihnachtszeit oft ohnehin nicht üppig gefüllt ist.

Wer das bei der Planung nicht berücksichtigt, kann schnell ins Minus rutschen. Und das ist offenbar in diesem Jahr auch vielen Deutschen passiert.

Hochgerechnet 5,6 Millionen Deutsche befinden sich im Minus

Wie eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Kreditportals Smava unter mehr als 2.500 Befragten ergab, haben 8,1 Prozent ihr Konto zum Jahresbeginn in den roten Zahlen wiedergefunden.

Hochgerechnet entspricht das rund 5,6 Millionen Deutschen über 18 Jahren. Weitere 7,5 Prozent gaben an, dass die Gefahr bestehe, bald ins Minus abzurutschen. Die Umfrage liegt unserer Redaktion vorab vor.

Dispokredite von bis zu 14,75 Prozent

Das kann mitunter teuer werden. Denn ist das Girokonto erstmal im Minus, wird ein Dispokredit fällig. Und der kostet laut einer Analyse der „Stiftung Warentest“ unter 1.241 Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken im Schnitt derzeit 9,6 Prozent.

Die Spannbreite ist dabei laut „Stiftung Warentest“ groß: Die Deutsche Skatbank etwa erhebt im Flat-Konto null Prozent Dispozins, wohingegen bei einigen Volksbanken bis zu 14,75 Prozent fällig werden – bei Überziehungszinsen sogar teils bis zu 19,75 Prozent.

Ratenkredite sind günstiger – aber unflexibler

Wer einmal im Dispo steckt, hat häufiger Probleme, schnell wieder rauszukommen. Laut einer Umfrage in Auftrag von Smava aus dem vergangenen November gaben mehr als ein Drittel der Befragten an, länger als einen Monat für die Dispo-Rückzahlung zu benötigen. Und das kann teuer werden.

„Je länger man im Dispo ist, desto eher kann sich die Rückzahlung durch ungeplante Ausgaben wie ein defektes Haushaltsgerät oder eine teure Autoreparatur weiter verzögern“, sagte Smava-Geschäftsführer Alexander Artopé unserer Redaktion.

Er rät dazu, in einem solchen Fall besser auf einen Ratenkredit umzusteigen. Der Haken dabei: Ratenkredite sind zwar laut Bundesbank in Deutschland mit durchschnittlich 5,9 Prozent wesentlich günstiger als Dispokredite, dafür beträgt die Laufzeit mindestens ein Jahr. Dabei wird mit der Bank ein Rückzahlungsplan vereinbart, die Flexibilität des Dispokredits geht verloren.