Bahnverkehr

Nachtzüge: Dieses Streckennetz soll bald durch Europa führen

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Ein Nightjet der Österreichischen Bundesbahnen. Ab 2021 soll es unter anderem eine Nachtzug-Verbindung von Wien und Paris geben.

Ein Nightjet der Österreichischen Bundesbahnen. Ab 2021 soll es unter anderem eine Nachtzug-Verbindung von Wien und Paris geben.

Foto: Volker Preusser / imago images / Volker Preußer

In Europa soll es in den kommenden Jahren einige neue Nachtzug-Verbindungen geben. Wir zeigen, welche Strecken befahren werden sollen.

Berlin. Als die Deutsche Bahn vor vier Jahren ihren letzten Nachtzug eingestellt hat, hagelte es viele Beschwerden von Kunden. Nun kommt das rollende Reisen in Liegesitzen oder Betten wieder zurück. Quer durch Europa werden vom nächsten Jahr an mehrere grenzüberschreitende Strecken gestartet. Ab Dezember 2021 werden Wien-München-Paris mit Nachtzügen verbunden ebenso Zürich-Köln-Amsterdam.

Ein Jahr später startet die Verbindung Zürich-Rom, Ende 2023 folgen die Strecken Berlin nach Brüssel und Paris. Im Dezember 2024 kommt eine Strecke zwischen Zürich-Barcelona dazu. Eine entsprechende Kooperation haben die staatlichen Bahnunternehmen von Österreich (ÖBB), der Schweiz (SBB), Frankreich (SNCF) mit der Deutschen Bahn (DB) am Rande der europäischen Verkehrsministerkonferenz vereinbart.

Nightjet: Neue Züge für den Nachtzugverkehr geplant

Für die geplanten neuen Nachtzugstrecken sollen neu entwickelte „Nightjet“-Züge eingesetzt werden. Diese bieten noch mehr Privatsphäre für alle Reisenden, kündigten die Betreiber an.

„Abends in München oder Berlin in den Zug steigen und morgens entspannt in Paris oder Brüssel ankommen – mit unserem Trans-Europ-Express TEE 2.0 sind wir künftig in Europa noch klima- und umweltfreundlicher unterwegs“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). „Wir können uns schon heute auf diese Nach-Corona-Ära freuen.“

Die Nachtzuginitiative ist ein Ergebnis des Schienengipfels, die von Scheuer während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft angestoßen wurde. Österreichs Verkehrsministerium will den Ausbau der Nachtzüge mit insgesamt 500 Millionen Euro unterstützen.

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Bahn-Chef freut sich auf gemeinsame Nachtzüge

Der Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz begrüßt vor allem die länderübergreifende Kooperation: „Wenn jede Bahn ‚ein bisschen Nachtzug‘ machen würde, wäre niemandem geholfen.“ Die DB hatte die Nachtzüge nach eigenen Angaben vor allem aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

Auch Fahrgastverbände begrüßen die neuen Pläne für Nachtzüge. „Mit modernen Wagen sind im Nachtsprung Entfernungen bis über 1500 km möglich“, sagt Bernhard Knierim, Sprecher von „Bahn für alle“. „Nachtzüge sind die umweltfreundliche Alternative zu Kurz- und Mittelstreckenflügen.“