Arbeitsmarkt

Studie: Corona lässt Jugendarbeitslosigkeit deutlich steigen

Nachdem die Jugendarbeitslosigkeit in den vergangenen 15 Jahren gesunken ist, könnte sie durch Corona um bis zu 40 Prozent ansteigen.

Deutsche Wirtschaft erholt sich nach Corona-Einbruch schnell

Nach dem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung in der Corona-Krise sieht die Bundesregierung Anzeichen für eine Erholung. Auch der Arbeitsmarkt hat sich stabilisiert.

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Berlin. Nachdem die Jugendarbeitslosigkeit hierzulande innerhalb der vergangenen fünfzehn Jahren deutlich gesunken ist, könnte sie jetzt um bis zu 40 Prozent ansteigen. So das Ergebnis einer Analyse des Forschungsinstitutes für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS).

Demnach seien Hochschulabsolventen und beruflich Qualifizierte, relativ gesehen, zwar stärker von Arbeitslosigkeit bedroht. Die Zukunftsaussichten für gering qualifizierte junge Menschen seien hingegen besonders ungünstig und Männer durchgängig stärker betroffen als Frauen.

Studie untersucht Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in Krisenzeiten

Für ihre Studie untersuchten die Forscherinnen und Forscher um Dieter Dohmen, Studienautor und Direktor des FiBS, die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland in Krisenzeiten.

Dabei fanden sie unter anderem heraus, dass die Jugendarbeitslosigkeit in der Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2017, aber vereinzelt auch anschließend, lediglich bei den jungen Männern (von elf auf 12,5 Prozent) und nicht bei den jungen Frauen angestiegen ist (Rückgang von zehn auf 9,8 Prozent). Das tendenziell höhere Qualifikationsniveau junger Frauen sei hierfür nicht entscheidend. Lesen Sie mehr: Warum immer mehr Jugendliche die Schule abbrechen

Abiturienten haben im Wettbewerb um Ausbildungsplatz Vorteil

Im Wettbewerb um knappe Ausbildungsplätze hätten demnach vor allem Jugendliche mit Abitur einen Vorteil, während diejenigen mit Haupt- oder Realschulabschluss weniger zum Zuge kämen. Das könnte einerseits daran liegen, dass die Anforderungen der Ausbildungsbetriebe so sehr gestiegen sind, dass Haupt- oder Realschulabschluss als weniger ausreichend gelten.

„Oder aber der Schulabschluss sagt immer weniger über die Kompetenzen der Jugendlichen aus,“ meint der FiBS-Direktor. „Wenn das richtig ist, dann würde das umgekehrt bedeuten, dass große Teile der Jugendlichen mit Haupt- oder selbst Realschulabschluss so inkompetent wären, dass sie für eine berufliche Ausbildung nicht in Betracht kommen.“

Darüber hinaus sei die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich geringer als noch 2008. Sollte sich dieser Trend infolge der fortsetzen, „dann ist mit einem sich weiter verschärfenden Wettbewerb um knapper werden Ausbildungsplätze zu rechnen“, so Dohmen. Lesen Sie auch: Hat die Rezession Auswirkungen auf die Renten?