Corona-Krise

Reisekonzern Tui macht Hotelzimmer am Meer zum Homeoffice

Der Reisekonzern Tui macht in der Corona-Krise wenig nachgefragte Hotelzimmer in Portugal, Spanien und in der Türkei zum Homeoffice.

Was ist ein Corona-Risikogebiet?

Die Bundesregierung prüft fortlaufend, inwieweit Gebiete als Risikogebiete einzustufen sind. Wer sich in einem solchen Gebiet aufhält und nach Deutschland einreist, muss sich auf bestimmte Pflichten einstellen.

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Berlin. Europas größter Touristikkonzern Tui will in der Corona-Krise eine Alternative zum Homeoffice im nasskalten Deutschland bieten. Dazu würden in Clubs der Premiummarke Robinson derzeit wenig nachgefragte Familienzimmer zum Homeoffice mit Schreibtisch, Bürostuhl und schnellem Internet umgebaut. „Die ersten Buchungen liegen bereits vor“, sagte Robinson Club-Geschäftsführer Bernd Mäser unserer Redaktion.

Den Auftakt mache ein Club an der portugiesischen Algarve, Anlagen auf Fuerteventura und in der Türkei sollen folgen. „Wir starten in Gebieten mit einem derzeit sehr geringen Infektionsgeschehen“, sagte Mäser. „Je nachdem, welche weiteren Clubs bereist werden können, bauen wir das Angebot aus.“

Keine Vollauslastung, aber zufriedenstellende wirtschaftliche Lage

Wie alle Unternehmen der Branche ist auch Tui mit Sitz in Hannover stark betroffen von der Corona-Krise. Der Konzern hat bereits drei Milliarden Euro Staatshilfe erhalten, zum größten Teil in Form von Krediten der staatlichen KfW-Bank.

Die Auslastung der Robinson-Clubs in Regionen ohne Reisewarnung bezeichnete der Manager jedoch als gut. „Anders als in den Vorjahren gibt es keine Vollauslastung. Aber wirtschaftlich ist die Lage zufriedenstellend“, sagte Mäser. „Sobald eine Reisewarnung fällt, ziehen die Buchungen sehr kurzfristig an.“

Mehr als die Hälfte der Kanaren-Urlauber flog trotz Reisewarnung

Ein positives Fazit zog Mäser für das Anfang Oktober gestartete Angebot des Konzerns, Urlaubsreisen auf die kanarischen Inseln anzutreten, obwohl eine Reisewarnung der Bundesregierung wegen hoher Corona-Infektionszahlen bestand. „Deutlich mehr als die Hälfte der Urlauber ist trotzdem gekommen, hat nicht storniert und hält sich an die Corona-Regeln.“

Die Sommermonate hätten zudem bewiesen, dass Pauschalreisen in südeuropäische Länder keinem höheren Infektionsrisiko unterliegen würden, betonte der Tui-Manager: „Es gab nur wenige Covid-Infektionen unter Rückreisenden aus den beliebten Pauschalurlaubsgebieten im Süden Europas.“ Partyreisen hatte der Konzern für dieses Jahr komplett abgesagt. (aky)