Modekonzern

H&M: Mitarbeiter ausgespäht – 35,3 Millionen Euro Bußgeld

Weil der Modekonzern H&M Hunderte Mitarbeiter in Nürnberg überwacht hatte, soll er nun ein Bußgeld von 35,3 Millionen Euro zahlen.

Weil der Modekonzern H&M Hunderte Mitarbeiter in Nürnberg überwacht hatte, muss er nun ein Bußgeld von 35,3 Millionen Euro zahlen.

Weil der Modekonzern H&M Hunderte Mitarbeiter in Nürnberg überwacht hatte, muss er nun ein Bußgeld von 35,3 Millionen Euro zahlen.

Foto: Fredrik Sandberg / AFP

Hamburg. Wegen des Ausspähens von Mitarbeitern soll der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz (H&M) ein Bußgeld von 35,3 Millionen Euro zahlen. Mit der Überwachung von Hunderten Mitarbeitern des Servicecenters in Nürnberg habe der Konzern gegen den Datenschutz verstoßen, begründete Johannes Caspar, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz am Donnerstag, den Erlass.

Der vorliegende Fall dokumentiere eine schwere Missachtung des Beschäftigtendatenschutzes. „Das verhängte Bußgeld ist dementsprechend in seiner Höhe angemessen und geeignet, Unternehmen von Verletzungen der Privatsphäre ihrer Beschäftigten abzuschrecken“, betonte Caspar. Der Fall liegt in der Zuständigkeit des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz, weil das Unternehmen seine Deutschlandzentrale in der Hansestadt hat.

Datenschützer lobt H&M-Konzernleitung für Umgang mit dem Vorfall

Bekanntgeworden war der Fall im vergangenen Jahr. Laut Behörde wurden mindestens seit 2014 bei einem Teil der Beschäftigten Angaben zu ihren privaten Lebensumständen umfangreich erfasst und gespeichert. Nach Urlaubs- und Krankheitsabwesenheiten hätten Vorgesetzte einen „Welcome Back Talk“ geführt und anschließend in etlichen Fällen nicht nur konkrete Urlaubserlebnisse, sondern auch Krankheitssymptome und Diagnosen dokumentiert.

Einige Vorgesetzte hätten sich auch „über Einzel- und Flurgespräche ein breites Wissen über das Privatleben ihrer Mitarbeitenden angeeignet, das von eher harmlosen Details bis zu familiären Problemen sowie religiösen Bekenntnissen reichte“, hieß es.

Ausdrücklich positiv bewertete Caspar das Bemühen der Konzernleitung, „die Betroffenen vor Ort zu entschädigen und das Vertrauen in das Unternehmen als Arbeitgeber wiederherzustellen“. Darin sei durchaus der Wille zu erkennen, „den Betroffenen den Respekt und die Wertschätzung zukommen zu lassen, die sie als abhängig Beschäftigte in ihrem täglichen Einsatz für ihr Unternehmen verdienen“.

H&M verkleinert das Filialnetz

H&M gab zudem bekannt, dass der Konzern sein internationales Filialnetz ausdünnen wird. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Geschäfte unter dem Strich um rund 250 schrumpfen, wie das Unternehmen am Donnerstag zur Vorlage seiner endgültigen Zahlen für das bis Ende August gelaufene dritte Geschäftsquartal öffentlich machte. Insgesamt betreibt die Kette rund 5000 Filialen.

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Die Erholung des Konzerns von der Krise setzt sich fort. Wie bereits bekannt wurde, war der Modekette im Sommerquartal die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen, nachdem H&M in dem besonders von der Pandemie betroffenen zweiten Quartal Verluste gemacht hatte. (dpa/bef)

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