Entlassungen

Wegen Corona-Krise: Disney entlässt 28.000 Mitarbeiter

Die Pandemie hat den Unterhaltungskonzern Disney schwer getroffen – jetzt folgt der dauerhafte Job-Kahlschlag beim Micky-Maus-Konzern.

Die Corona-Krise legt das Entertainment-Imperium Walt Disney lahm – nun kommt es zu tausenden Entlassungen.

Die Corona-Krise legt das Entertainment-Imperium Walt Disney lahm – nun kommt es zu tausenden Entlassungen.

Foto: Richard Drew / dpa

Burbank. Geschlossene Vergnügungsparks und Ferienresorts, abgesagte Kreuzfahrten und ein Einbruch bei den Fanartikel-Verkäufen – die Walt Disney Company hat in der Corona-Krise mit ausbleibenden Einnahmen zu kämpfen. Das hat jetzt Konsequenzen: Der Micky-Maus-Konzern kündigt knapp 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das teilte Disney am Dienstag nach Börsenschluss in den USA im kalifornischen Burbank mit.

Disney verhandelt Konditionen nach „herzzerreißender“ Maßnahme

Die Entscheidung sei „herzzerreißend“, erklärte Disneys zuständiger Spartenchef Josh D’amaro in einem Memo an die Belegschaft, aber auch alternativlos. Der Schritt zeigt, wie sehr die mit der Virus-Pandemie einhergehenden Auflagen dem Unternehmen zu schaffen machen. Denn bereits seit April sind aufgrund der geschlossenen Disneylands viele Mitarbeiter beurlaubt. Eine baldige Wiedereröffnung der Parks in Kalifornien sei derzeit nicht in Sicht, so D’amaro.

Angesichts der ungewissen Geschäftsaussichten müsse die Mitarbeiterzahl jetzt dauerhaft gesenkt werden. Bei etwa 67 Prozent der Betroffenen handele es sich aber um Teilzeitkräfte. Disney kläre derzeit die Konditionen mit Beschäftigten und Gewerkschaften, sagte der Spartenchef.

Der Job-Kahlschlag trifft den Geschäftsbereich, der von den Folgen der Pandemie am stärksten getroffen wurde und dem Konzern bereits hohe Verluste einbrockte. Insgesamt hatte Disney hier vor der Krise noch mehr als 100.000 Beschäftigte.

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Milliarden-Verluste – Disneys Umsatz dramatisch eingebrochen

Zwar wurden die meisten von Disneys Attraktionen mittlerweile zumindest teilweise wieder geöffnet, zwei der großen Themenparks im kalifornischen Anaheim haben jedoch nach wie vor keine Genehmigungen. Disney-Manager D’Amaro beklagte, dass der „Widerwille“ der Behörden die Lage verschärfe.

Die coronabedingten Probleme haben Disney bereits tief in die roten Zahlen gebracht. In den drei Monaten bis Ende Juni fiel ein Verlust von 4,7 Milliarden Dollar (4,0 Mrd Euro) an, wie der Konzern im August mitgeteilt hatte. Die Erlöse brachen im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar ein.

Das Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten litt besonders heftig. Der Umsatz fiel hier um 85 Prozent, der Betriebsverlust betrug knapp zwei Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 1,7 Milliarden im Vorjahr. Insgesamt entstanden in der Sparte wegen der Pandemie Sonderbelastungen von 3,5 Milliarden Dollar.

Damit steht Disney nicht alleine da: Auch deutsche Unternehmen müssen aufgrund horrender Verluste während der Corona-Krise Jobs streichen. Zuletzt verkündete Volkswagen, dass bei Lkw-Hersteller MAN 9500 Stellen gestrichen werden. Auch die Lufthansa erklärte, noch mehr Jobs als die ohnehin schon angepeilten 22.000 wegfallen werden.

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(dpa/yah)