Corona-Krise

GfK-Umfrage: Jeder fünfte Chef bremst die Digitalisierung

Viele deutsche Unternehmen könnten gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen. Doch bei der Digitalisierung gibt es bremsende Faktoren.

Der Ausbau der Digitalisierung geht nicht überall gut voran. Laut einer GfK-Umfrage wird die Geschäftsführung häufig als Hemmnis angesehen.

Der Ausbau der Digitalisierung geht nicht überall gut voran. Laut einer GfK-Umfrage wird die Geschäftsführung häufig als Hemmnis angesehen.

Foto: SARINYAPINNGAM / Getty Images/iStockphoto

Berlin.  Deutsche Unternehmen bringen gute Voraussetzungen mit, um gestärkt aus der Corona-Krise herauszugehen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Microsoft. Die Mehrzahl der Firmen erfüllt demnach die entscheidenden Bedingungen, um die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens weiter zu verbessern.

Es herrsche etwa Klarheit über Geschäftsprozesse, die IT-Infrastruktur sei verbessert worden, die Firmen hätten sich als anpassungsfähig erwiesen. 41 Prozent der 2038 befragten Arbeitnehmer und Führungskräfte gaben an, dass ihr Unternehmen jetzt technisch besser ausgestattet sei als vor der Krise.

Digitalisierung: Geschäftsleitung und Kosten sind die größten Bremsen

BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter sprach bei der Präsentation der Ergebnisse anlässlich der Digital-Fachtagung Futurework in Berlin von „ermutigenden Ergebnissen“. Doch Licht und Schatten liegen bei der Umfrage teils nah beieinander. So nannte jeder fünfte Befragte die Geschäftsleitung als größtes Hemmnis für den Ausbau der Digitalisierung – nur die Kosten der Umsetzung stellten mit 26 Prozent eine noch größere Bremse dar.

Doch es geht auch andersherum: 19 Prozent gaben an, dass die Geschäftsleitung die treibende Kraft im Digitalisierungsprozess sei. Noch stärker werde der Digitalisierungsschub nur durch die Beschäftigten im eigenen Unternehmen (25 Prozent) und die Kunden (22 Prozent) vorangebracht.

Homeoffice erfährt viel Zustimmung bei den Befragten

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Viel Zustimmung erfährt laut der Umfrage die mobile Arbeit. Zwei Drittel der Befragten gaben an, sich an neue Arbeitsweisen gewöhnt zu haben, jeder Zweite ordnet die Unternehmensabläufe als flexibler als noch vor der Krise ein.

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„Der Crashtest Homeoffice ist technisch deutlich besser ausgegangen, als wir alle gedacht haben“, sagte Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek. Und auch BDA-Hauptgeschäftsführer Kampeter zeigte sich „beeindruckt“ von der Flexibilität, mit der viele Arbeitnehmer reagiert hätten.

Einen rechtlichen Anspruch auf mobile Arbeit, wie ihn Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant, lehnt Kampeter aber weiter ab. „Die Praxis ist sehr viel vielfältiger, als ein Gesetz sie jemals abbilden könnte“, sagte er. (tki)

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