Pandemie

Deutsche Hotels zur Aufnahme von Corona-Patienten bereit

Hotels zu Krankenstationen: Manche Hoteliers sind bereit, Corona-Patienten aufzunehmen. Die Hilfsbereitschaft in der Branche ist groß.

Vier-Sterne-Hotel für Corona-Infizierte: Das Gran Hotel Colon war in Madrid das erste Hotel, das in eine Krankenstation umgewandelt wurde, um Covid-19-Erkrankte zu behandeln.

Vier-Sterne-Hotel für Corona-Infizierte: Das Gran Hotel Colon war in Madrid das erste Hotel, das in eine Krankenstation umgewandelt wurde, um Covid-19-Erkrankte zu behandeln.

Foto: GABRIEL BOUYS / AFP

Berlin. Zahlreiche deutsche Hoteliers sind bei einer Verschärfung der Corona-Krise bereit, ihre Hotels in Krankenstationen zu verwandeln. „Einige Häuser haben bereits ihre Bereitschaft angekündigt, ihre Häuser für die Aufnahme von Corona-Infizierten zu öffnen“, sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin der DEHOGA, dieser Redaktion. „Die zuständigen staatlichen Institutionen stehen in den Bundesländern bereits in Kontakt mit unseren Landesverbänden.“ Allein in Bayern wären schon rund 250 Hotels bereit, ihre Häuser dafür zur Verfügung zu stellen.

Hotelbranche: Umwidmung hängt von baulichen Anforderungen ab

Die Umwidmung eines Hotels in ein Krankenhaus stelle natürlich eine größere Herausforderung dar, so Hartges. „Der Unternehmer muss dazu bereit sein.“ Zudem müsse geprüft werden, inwieweit Hotels die hohen baulichen und sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen könnten.

Grundsätzlich müsse zudem unterschieden werden, ob Menschen aufgenommen werden, die sich in Quarantäne befinden, Corona-Infizierte oder ob es sich im klinischen Sinne um Patienten handelt. In Spanien wurden bereits Hotels in Krankenstationen umgewandelt. In Berlin wird in einer Halle auf dem Messegelände ein Behandlungszentrum mit 1000 Betten eingerichtet.

Restaurant und Caterer wollen bei Versorgungsengpässen helfen

Trotz massiver finanzieller Betroffenheit der Branche stellt der Verband eine große Hilfsbereitschaft unter den Hoteliers und Gastronomen fest. „So geben Betriebe kostenlos Essen an Obdachlose ab, Sterneköche kochen für Helfer und Altenheime, und die Caterer im DEHOGA bieten explizit ihre Unterstützung bei Versorgungsengpässen an“, berichtet Hartges.

Die Gaststätten und Hotels sind seit Beginn der Restriktionen in der Corona-Krise besonders betroffen. Sowohl Gaststätten als auch Hotels sind weitestgehend geschlossen oder arbeiten nur mit beschränkten Öffnungszeiten.

Unternehmen loben finanzielle Hilfen durch den Staat

Die Verbands-Chefin lobt die finanziellen Hilfen des Bundes für die Branche: „Es ist gut, dass Bund und Länder schnell gehandelt haben. Erste Unternehmer melden bereits, dass sie die Soforthilfen erhalten haben.“ Gleichzeitig sei es wichtig, dass bei der Unterstützung für den Mittelstand nachgebessert werde, der bei den Förderungen durch das Raster gefallen sei.

DEHOGA-Chefin fordert Rettungsfonds und Haftungsfreistellung

„Wichtig ist jetzt, dass die Tilgungsfrist für die KfW-Kredite von fünf Jahren auf mindestens zehn, besser 20, Jahre verlängert wird.“ Familienunternehmen denken in Generationen, berichtet Hartges. Viele Unternehmen hätten in den vergangenen guten Jahren in ihre Betriebe investiert und dadurch hohe Kreditverbindlichkeiten.

„Hier muss dringend eine Haftungsfreistellung von 100 Prozent geschaffen werden“, fordert Hartges. „Es kann und darf nicht sein, dass unsere Unternehmer nur mit viel höheren Schulden aus der Krise gehen und keine Entschädigung bekommen. Hier muss dringend ein Rettungsfonds geschaffen werden wie ihn die Landwirte zuletzt im Jahre der Dürrekatastrophe bekommen haben.“

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